| 10.800: Respekt, aber auch Rückenwind |
| Zwischen Tagestief und -hoch lagen beim DAX® gestern gerade einmal 60 Punkte. An dieser geringen Handelsspanne lässt sich der Respekt der Marktteilnehmer vor der Schlüsselzone schlechthin ablesen: den letzten Verlaufshochs bei 10.780/802/828 Punkten. Das Aktienbarometer verfährt damit unverändert nach dem Motto: „im Westen nichts Neues!“ Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, bleibt es deshalb bei der zuletzt getätigten Aussage: Erst ein Spurt über die o. g. Barrieren hilft den deutschen Standardwerten die Lethargie der letzten Tagen zu überwinden. Im Erfolgsfall lässt sich aus der Höhe der seit Anfang August bestehenden Schiebezone zwischen 10.200 Punkten und 10.800 Punkten ein rechnerisches Anschlusspotential von rund 600 Punkten ableiten. Die Projektion dieses Kurspotentials an das potenzielle Ausbruchslevel rückt gleichzeitig das Hoch vom November 2015 bei 11.431 Punkten in den Fokus. Rückenwind erhält das Positivszenario aus den USA. Dort haben Dow Jones® und S&P 500® ihre Rally fortgesetzt und erstmals über der Marke von 19.000 Punkten bzw. 2.200 Punkten geschlossen. |
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DAX® (Daily)
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| Langfristige Belastungsfaktoren... |
| Der Wahlsieg von Donald Trump hat den Anstieg bei der 10-jährigen Rendite in den USA beschleunigt. Von dem im Juli verbuchten historischen Tief bei 1,32 % haben sich die amerikanischen Zinsen inzwischen um mehr als 100 Stellen erholt. Aus charttechnischer Sicht muss das zuvor angeführte Verlaufstief mittlerweile als Übertreibung nach unten angesehen werden, zumal mit der Rückkehr in den Basisabwärtstrendkanal seit Anfang der 1980er Jahre (untere Begrenzung akt. bei 1,75 %) bzw. mit dem Bruch des steilen Baissetrends seit Sommer 2007 (akt. bei 2,17 %) weitere wichtige Weichenstellungen folgten. Da das Börsenjahr 2016 nicht mehr allzu viele Handelstage bereithält, lohnt sich zudem ein Blick auf den Jahreschart. In dieser hohen Zeitebene zeichnet sich ein Candlestickumkehrmuster in Form eines klassischen „Hammers“ ab. Interessanterweise wurde bereits im Vorjahr ein ähnliches Kursmuster ausgeprägt. Das zweite Jahr in Folge wurde auf Basis der unteren Begrenzung des Abwärtstrends der letzten gut 30 Jahre ein Trendwendesignal ausgebildet. Übergeordnet müssen die letzten Wochen deshalb als Hypothek für das Jahr 2017 bezeichnet werden. (Fortsetzung: siehe unten) |
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10-jährige Rendite USA (Monthly)
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| ...kurzfristige Stabilisierung |
| Von dieser Einschätzung ist allerdings das kurzfristige technische Bild zu unterscheiden. Schließlich hat die 10-jährige Rendite mit der horizontalen Widerstandszone zwischen 2,33 % und 2,50 % hohe Hürden unmittelbar vor der Brust. In diesem Zusammenhang lohnt sich unseres Erachtens ein Blick auf den US-T-Note-Future: Nicht nur, dass das Zinsbarometer bei rund 125 eine wichtige Unterstützungszone aus diversen Tiefs und einem Fibonacci-Level erreicht hat, mittlerweile notiert der RSI auch tief im überverkauften Terrain. Gleichzeitig erreicht die Trenddynamik – gemessen am ADX – ein selten erreichtes Extremniveau. Mit anderen Worten: Die Dynamik der jüngsten Korrektur lässt sich kaum noch steigern und bedarf vielmehr einer Atempause. In die gleiche Kerbe schlagen die jüngsten CoT-Daten. Seit einigen Wochen sind die „Commercials“ erstmals seit Dezember 2015 beim längeren US-T-Bond-Future wieder „long“ positioniert. In der Summe dürfte der Zinsmarkt kurzfristig gut unterstützt sein. Deshalb favorisieren wir zunächst eine Stabilisierung, ehe Investoren im kommenden Jahr mit neuerlichen Verwerfungen rechnen müssen. |
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10 Year T-Note Future (Daily)
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