| Im Zweifel für den Angeklagten |
| Nach einem schwierigen Start ins Jahr notiert der DAX mittlerweile wieder nahezu auf seinem Ausgangsniveau. Die Freude darüber wird allerdings durch ein fehlendes Aufwärtsmomentum getrübt. Während sich beispielsweise der S&P 500® seit Monaten vielfach mit geringen Tageshandelsspannen begnügen muss, geht den deutschen Standardwerten die Dynamik ab, um die Hürden bei 10.800 Punkten nachhaltig zu überspringen. In dieser Gemengelage hilft der nüchterne Blick auf den langfristigen Monatschart des DAX. Nachdem der Haussetrend seit März 2009 im bisherigen Jahresverlauf mehrfach bestätigt wurde, gelang zuletzt der Bruch des im April vergangenen Jahres etablierten Korrekturtrends (akt. bei 10.297 Punkten). Aller Voraussicht nach dürfte dieser Ausbruch per Monatsschlusskurs bestätigt werden. Da die gesamte Korrektur der letzten anderthalb Jahre zudem als Flagge interpretiert werden kann (siehe Chart), liegt aus charttechnischer Sicht eine Steilvorlage vor, um in den letzten Wochen den Makel der fehlenden Dynamik zu heilen und mit einer Jahresendrally doch noch für einen versöhnlichen Aktienjahrgang 2016 zu sorgen. |
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DAX® (Monthly)
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| Rückfall in Trendkanal |
| Im Juni 2016 erreichte der Euro-BUND-Future nochmals ein neues Rekordhoch (168,86). Seither befindet sich das Rentenbarometer allerdings im Korrekturmodus, der sich jüngst verschärft hat. Zum wiederholten Mal haben sich damit die Parallele (akt. bei 168,94) zum Basisaufwärtstrend seit Sommer 2008 bzw. die Trendlinie, die verschiedene Hochs seit 2012 verbindet, als die entscheidenden Bremsklötze entpuppt (siehe Chart). Aus technischer Sicht lässt der Rückfall in den o. g. Basisaufwärtstrendkanal sogar auf weiteres Baissepotential schließen. Das alte Allzeithoch bei 160,69 definiert dabei die nächste Haltemarke. Darunter wäre der Rentenfuture sogar nach unten hin offen, um die langfristige 38-Monats-Linie (akt. bei 154,51) einer Belastungsprobe zu unterziehen. Die technisch angeschlagene Gesamtverfassung spiegelt sich mittlerweile auch in den quantitativen Indikatoren wider. Während der MACD per Monatsultimo auf historisch hohem Niveau ein neues Ausstiegssignal generieren wird, weist der RSI inzwischen eine mehrjährige Divergenz zwischen dem Indikator- und dem eigentlichen Chartverlauf auf. Die fehlende Bestätigung der letzten Rekordstände durch den Oszillator zeugt von einem hohen Reifegrad des zugrunde liegenden langjährigen Haussetrends. |
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Euro-BUND-Future (Monthly)
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| Kumulationspunkt übersprungen |
| Im zweiten Schritt wollen wir uns dem Spiegelbild des Euro-BUND-Future zuwenden. Nach einem Ausflug in den negativen Bereich und einer Seitwärtsphase in den letzten Monaten brachte die abgelaufene Handelswoche auch bei der 10-jährigen Rendite eine wichtige Veränderung: Mit einem bemerkenswerten Momentum wurde der Kreuzwiderstand aus dem Renditetief vom April 2015 bei 0,05 %, dem seit Juni vergangenen Jahres bestehenden Baissetrend (akt. ebenfalls bei 0,05 %) sowie der 38-Wochen-Linie (akt. bei 0,06 %) übersprungen. Der beschriebene Ausbruch wird dabei durch den RSI und den MACD bestätigt, die jeweils freundlich zu interpretieren sind. Zuvor hatten beide Indikatoren zum Teil mehrjährige positive Divergenzen ausgeprägt, indem die letzten Zinstiefs nicht mehr durch entsprechende Indikatorenpendants untermauert wurden. Als weiteres Mosaiksteinchen in unserer Argumentationskette werten wir die Candlestick-Konstellation im langfristigen Monatsbereich. Während zuletzt mehrere Kerzen mit kleinen Körpern ausgeprägt wurden, steht im Oktober voraussichtlich eine dynamische weiße Kerze zu Buche, wodurch die Dynamik des Ausbruchs unterstrichen wird. |
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10-jährige Rendite Deutschland (Weekly)
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| Moderater Zinsanstieg wahrscheinlich |
| Auch wenn es bis zum Jahresende noch ein bisschen hin ist, lohnt sich in diesem Kontext zusätzlich ein Blick auf den noch längerfristigen Quartalschart. In dieser hohen Zeitebene entsteht möglicherweise gerade ein sog. „morning star“. Als nächste Zielmarke lässt sich nun der Bereich aus verschiedenen Tiefs zwischen Mai und November 2015 sowie dem 50%-Fibonacci-Retracement des letzten Renditerutsches seit Mitte Juni vergangenen Jahres bei rund 0,45 % definieren. Danach warten die nächsten horizontalen Barrieren bei 0,72/0,74 %. Unter langfristigen Gesichtspunkten sollten Anleger auch die Hürden bei gut 1 % im Hinterkopf behalten. Auf diesem Niveau bildet das Renditehoch vom vergangenen Jahr bei 1,06 % zusammen mit dem Baissetrend seit Sommer 2008 (akt. bei 1,08 %) den entscheidenden Kreuzwiderstand. Jenseits dieser Kumulationszone wäre sogar eine langfristige untere Umkehr abgeschlossen. Um das diskutierte Szenario nicht zu gefährden, sollte die 10-jährige Rendite nicht mehr unter den o. g. ehemaligen Kreuzwiderstand bei 0,05 % zurückfallen. Deshalb bietet sich dieses Level als Absicherung für alle Rentenmarktbären an. |
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10-jährige Rendite Deutschland (Weekly)
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