DAX® - Keil bremst – Marktbreite stützt
Keil bremst – Marktbreite stützt
Der DAX® konnte sich gestern zwar erwartungsgemäß erholen, doch das Aktienbarometer notiert weiter unterhalb des steilen Erholungstrends seit Mitte März. Damit schwebt auch das Damoklesschwert eines „bearishen“ Keils (siehe Chart) unverändert über dem Aktienbarometer, zumal die Abwärtskurslücke vom Wochenauftakt noch besteht (obere Gapkante bei 10.839 Punkten). Vor der bekannten Widerstandszone bei gut 11.000 Punkten (Tief, Fibonacci-Level, Gap) definiert die Kurslücke vom Montag also bereits eine wichtige Barriere. Auf der Unterseite bleibt es indes bei der herausragenden Bedeutung der Kernunterstützung bei 10.300 Punkten. Die 38,2%-Korrektur des Abwärtsimpulses von Februar/März bildet hier zusammen mit dem Tief von Dezember 2018 (10.279 Punkte) und den jüngsten Verlaufstiefs bei rund 10.250 Punkten eine wichtige Rückzugszone. Derzeit wird unter Investoren die Ausbildung eines „zweiten DAX®-Standbeines“ heiß diskutiert. Die Analyse der Marktbreite (siehe unten sowie im „Daily Trading“ von gestern) spricht gegen einen Test des Märztiefs. Ein neuerlicher Rücksetzer kommt erstens nur bei einem Bruch der o. g. Bastion bei 10.300 Punkten in Frage und sollte zudem lediglich moderat ausfallen. Das Gap bei 9.841/9.627 Punkten dient dabei als mögliches Anlaufziel.
DAX® (Daily)

Marktbreite: Noch keine Normalität
Gestern hatten wir an dieser Stelle die Marktbreite beim DAX® anhand des trendfolgenden MACD analysiert. In regelmäßigen Abständen überprüfen wir zudem die grundsätzliche Marktverfassung für die drei großen Anlageregionen Deutschland, Europa, USA anhand dreier technischer Kriterien (Momentum, 200-Tages-Linie, Relative Stärke nach Levy). Damit sind wir bei einer der wichtigsten Stärken der Technischen Analyse, denn mit den vorgestellten objektiven Maßstäben lässt sich schnell eine Vielzahl von Einzelwerten untersuchen. Bei einem positiven Momentum, einem Kurs oberhalb des langfristigen Durchschnitts bzw. einem RSL-Koeffizienten größer 1 geht der Techniker von einem Aufwärtstrend aus. Während in Deutschland die 160 Werte aus DAX®, MDAX® und SDAX® auf den Prüfstand gestellt werden, sind es in Europa die Titel des Stoxx Europe 600 und in den USA die Mitglieder des S&P 500®. Die nebenstehende Tabelle ist wie folgt zu lesen: Von den 160 deutschen Standardwerte weisen lediglich 7,5 % ein positives Momentum in den letzten 50 Tagen auf. Bei den längerfristigen Maßstäben „200-Tages-Linie“ (21 %) bzw. „RSL“ (19 %) fällt die Bilanz nur etwas besser aus (Fortsetzung siehe unten).
DAX® (Weekly)

Marktbreite: Eher ein unterstützender Faktor
Gemessen an den drei vorgestellten, objektiv überprüfbaren Kriterien fällt die Marktbreite in Europa noch dürftiger aus. Schließlich befindet sich von den Einzelwerten des Stoxx Europe 600 ein noch geringerer Prozentsatz in einer Haussephase (siehe Tabelle). Jenseits des großen Teichs gestaltet sich das Bild zwar wieder etwas freundlicher, doch hier dürfte der „Aha-Effekt“ für Anleger sein, dass sich die grundsätzliche Marktverfassung nicht spürbar von der Ausgangslage in Deutschland abhebt. Vielmehr befinden sich die deutschen Standardwerte auf Augenhöhe mit der Marktbreite im S&P 500®. Per Saldo hat sich die grundsätzliche Marktverfassung in allen drei Anlageregionen von den absoluten „disstressed“-Werten von Mitte März zwar erholen können, doch insgesamt verharrt die Marktbreite auf sehr niedrigen Niveaus. Diese Ausgangslage stellt für uns letztlich einen Kontraindikator dar. Mit anderen Worten: Sollten die Aktienmärkte tatsächlich nochmals zur Schwäche neigen, um ein „zweites Standbein“ auszubilden, dann dürfte dieser erneute Rücksetzer moderat ausfallen. Analog zur gestrigen MACD-Auswertung (siehe „HSBC Daily Trading“ vom 5. Mai) stellt der unverändert vorliegende hohe Grad an überverkauften Einzelwerten einen stabilisierenden Faktor dar.
S&P 500® (Weekly)

Wieder Richtung Süden?
Nach einem extrem volatilen März mit einer Schwankungsbreite von gut 1,06 USD bis fast 1,15 USD fiel der April beim Währungspaar EUR/USD deutlich ruhiger aus. Die Hoch-Tief-Spanne von gut 3 US-Cents verblieb dabei innerhalb des Pendants des Vormonats. Der damit entstehende „inside month“ dokumentiert die skizzierte Marktberuhigung. Doch an der Marke von gut 1,10 USD scheint sich die europäische Einheitswährung jüngst schon wieder die Zähne ausgebissen zu haben. Die 200-Tages-Linie (akt. bei 1,1030 USD) bildet hier den Auftakt zu einer massiven Widerstandszone, welche sich zusätzlich aus einem Fibonacci-Cluster aus drei unterschiedlichen Retracements (1,1063/1,1086/1,1088 USD) speist. Als Belastungsfaktor könnten sich darüber hinaus die jüngsten CoT-Daten erweisen. Zuletzt wurden in großem Ausmaß spekulative EUR-Longpositionen aufgebaut. Eine solche Konstellation steht einem nachhaltigen Anstieg der europäischen Valuta entgegen. Vielmehr sollten Anleger ein Ausloten der Tiefs vom April bzw. März bei 1,0725/1,0635 USD einkalkulieren. Knapp darunter steht mit den Tiefpunkten von 2015 eine weitere wichtige Rückzugslinie bei rund 1,05 USD zur Verfügung.
EUR/USD (Daily)

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Der DAX® konnte sich gestern zwar erwartungsgemäß erholen, doch das Aktienbarometer notiert weiter unterhalb des steilen Erholungstrends seit Mitte März. Damit schwebt auch das Damoklesschwert eines „bearishen“ Keils (siehe Chart) unverändert über dem Aktienbarometer, zumal die Abwärtskurslücke vom Wochenauftakt noch besteht (obere Gapkante bei 10.839 Punkten). Vor der bekannten Widerstandszone bei gut 11.000 Punkten (Tief, Fibonacci-Level, Gap) definiert die Kurslücke vom Montag also bereits eine wichtige Barriere. Auf der Unterseite bleibt es indes bei der herausragenden Bedeutung der Kernunterstützung bei 10.300 Punkten. Die 38,2%-Korrektur des Abwärtsimpulses von Februar/März bildet hier zusammen mit dem Tief von Dezember 2018 (10.279 Punkte) und den jüngsten Verlaufstiefs bei rund 10.250 Punkten eine wichtige Rückzugszone. Derzeit wird unter Investoren die Ausbildung eines „zweiten DAX®-Standbeines“ heiß diskutiert. Die Analyse der Marktbreite (siehe unten sowie im „Daily Trading“ von gestern) spricht gegen einen Test des Märztiefs. Ein neuerlicher Rücksetzer kommt erstens nur bei einem Bruch der o. g. Bastion bei 10.300 Punkten in Frage und sollte zudem lediglich moderat ausfallen. Das Gap bei 9.841/9.627 Punkten dient dabei als mögliches Anlaufziel.
Marktbreite: Noch keine Normalität
Gestern hatten wir an dieser Stelle die Marktbreite beim DAX® anhand des trendfolgenden MACD analysiert. In regelmäßigen Abständen überprüfen wir zudem die grundsätzliche Marktverfassung für die drei großen Anlageregionen Deutschland, Europa, USA anhand dreier technischer Kriterien (Momentum, 200-Tages-Linie, Relative Stärke nach Levy). Damit sind wir bei einer der wichtigsten Stärken der Technischen Analyse, denn mit den vorgestellten objektiven Maßstäben lässt sich schnell eine Vielzahl von Einzelwerten untersuchen. Bei einem positiven Momentum, einem Kurs oberhalb des langfristigen Durchschnitts bzw. einem RSL-Koeffizienten größer 1 geht der Techniker von einem Aufwärtstrend aus. Während in Deutschland die 160 Werte aus DAX®, MDAX® und SDAX® auf den Prüfstand gestellt werden, sind es in Europa die Titel des Stoxx Europe 600 und in den USA die Mitglieder des S&P 500®. Die nebenstehende Tabelle ist wie folgt zu lesen: Von den 160 deutschen Standardwerte weisen lediglich 7,5 % ein positives Momentum in den letzten 50 Tagen auf. Bei den längerfristigen Maßstäben „200-Tages-Linie“ (21 %) bzw. „RSL“ (19 %) fällt die Bilanz nur etwas besser aus (Fortsetzung siehe unten).
Marktbreite: Eher ein unterstützender Faktor
Gemessen an den drei vorgestellten, objektiv überprüfbaren Kriterien fällt die Marktbreite in Europa noch dürftiger aus. Schließlich befindet sich von den Einzelwerten des Stoxx Europe 600 ein noch geringerer Prozentsatz in einer Haussephase (siehe Tabelle). Jenseits des großen Teichs gestaltet sich das Bild zwar wieder etwas freundlicher, doch hier dürfte der „Aha-Effekt“ für Anleger sein, dass sich die grundsätzliche Marktverfassung nicht spürbar von der Ausgangslage in Deutschland abhebt. Vielmehr befinden sich die deutschen Standardwerte auf Augenhöhe mit der Marktbreite im S&P 500®. Per Saldo hat sich die grundsätzliche Marktverfassung in allen drei Anlageregionen von den absoluten „disstressed“-Werten von Mitte März zwar erholen können, doch insgesamt verharrt die Marktbreite auf sehr niedrigen Niveaus. Diese Ausgangslage stellt für uns letztlich einen Kontraindikator dar. Mit anderen Worten: Sollten die Aktienmärkte tatsächlich nochmals zur Schwäche neigen, um ein „zweites Standbein“ auszubilden, dann dürfte dieser erneute Rücksetzer moderat ausfallen. Analog zur gestrigen MACD-Auswertung (siehe „HSBC Daily Trading“ vom 5. Mai) stellt der unverändert vorliegende hohe Grad an überverkauften Einzelwerten einen stabilisierenden Faktor dar.
Wieder Richtung Süden?
Nach einem extrem volatilen März mit einer Schwankungsbreite von gut 1,06 USD bis fast 1,15 USD fiel der April beim Währungspaar EUR/USD deutlich ruhiger aus. Die Hoch-Tief-Spanne von gut 3 US-Cents verblieb dabei innerhalb des Pendants des Vormonats. Der damit entstehende „inside month“ dokumentiert die skizzierte Marktberuhigung. Doch an der Marke von gut 1,10 USD scheint sich die europäische Einheitswährung jüngst schon wieder die Zähne ausgebissen zu haben. Die 200-Tages-Linie (akt. bei 1,1030 USD) bildet hier den Auftakt zu einer massiven Widerstandszone, welche sich zusätzlich aus einem Fibonacci-Cluster aus drei unterschiedlichen Retracements (1,1063/1,1086/1,1088 USD) speist. Als Belastungsfaktor könnten sich darüber hinaus die jüngsten CoT-Daten erweisen. Zuletzt wurden in großem Ausmaß spekulative EUR-Longpositionen aufgebaut. Eine solche Konstellation steht einem nachhaltigen Anstieg der europäischen Valuta entgegen. Vielmehr sollten Anleger ein Ausloten der Tiefs vom April bzw. März bei 1,0725/1,0635 USD einkalkulieren. Knapp darunter steht mit den Tiefpunkten von 2015 eine weitere wichtige Rückzugslinie bei rund 1,05 USD zur Verfügung.
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