26.05.2017 09:00
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DAX® - Nachts spielt die Musik

Nachts spielt die Musik
Mit der heutigen Ausgabe des „Daily Trading“ möchten wir ausgetretene Pfade verlassen und auf einen interessanten Aspekt hinweisen. Auf Basis der DAX®-Daten vom 4. Januar 2000 bis zum 11. April 2017 haben wir die Kursentwicklung der deutschen Standardwerte untersucht. Und zwar erstens, wenn Anleger jeden Tag zur Eröffnung eine Longposition eingegangen wären und diese zum Schlusskurs wieder glattgestellt hätten bzw. zweitens an jedem Handelstag „overnight“, d. h. vom Schlusskurs bis zur Eröffnung am Folgetag investiert gewesen wären. Trotz des zugrundeliegenden Bullenmarktes – Anfang 2000 notierte der DAX® bei knapp 7.000 Punkten – hätten Anleger im 1. Fall ein Minus von 35 % verkraften müssen. Dagegen stellt die „über Nacht“-Investition über die letzten 17 Jahre mit einem Kurszuwachs von 178% sogar die DAX®-Performance von gut 80% deutlich in den Schatten. Interessanterweise ist dabei sogar die Wahrscheinlichkeit mit einer Longposition Kursgewinne zu erzielen, bei einem „über Nacht“-Engagement größer als an allen Handelstagen (54,2 % vs. 53,1%) – und das bei einer deutlich reduzierten Volatilität (8,9 % vs. 24 %). Offensichtlich fordern Investoren eine Prämie für das Eingehen von „overnight“-Risiken. Deshalb können Anleger, die Positionen abbauen wollen, damit durchaus auch Mal bis zur Eröffnung des Folgetages warten.

DAX® (Daily)
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Der ganz große Befreiungsschlag!?!
Wenn doch nur schon Monatsultimo wäre …, denn dann hätte die Aktie der Deutschen Telekom eine ganz wichtige charttechnische Weichenstellung vollzogen. Schließlich wäre dann der Sprung über die Mehrjahreshochs vom November und April 2015 bei 17,54/63 EUR endgültig vollzogen. Die Tragweite einer solchen Weichenstellung unterstreicht der nebenstehende Langfristchart des Telekomtitels. Gelingt der Befreiungsschlag, wäre die große Bodenbildung seit Beginn des Jahrtausends Realität (siehe „Daily Trading“ vom 5., 10. und 15. Mai). Mit anderen Worten: Ein Monatsschlusskurs auf dem gegenwärtigen Niveau würde das Platzen der TMT-Blase zu Beginn des Jahrtausends endgültig vergessen machen. Auch auf Monatsbasis sind die quantitativen Indikatoren inzwischen freundlich zu interpretieren. So wird die Bodenbildung im Verlauf der Relativen Stärke nach Levy durch ein neues Einstiegssignal seitens des MACD bestätigt. Aus der Höhe einer erfolgreichen unteren Umkehr lässt sich ein langfristiges Kursziel im Bereich von 25 EUR ableiten, wobei das Hoch vom November 2001 bei 20,84 EUR ein wichtiges Etappenziel darstellt. Um den beschriebenen Ausbruch nicht zu gefährden, sollte die Aktie in Zukunft nicht mehr unter die Hochs von 2005 und 2004 bei 16,89/87 EUR zurückfallen.

Deutsche Telekom (Monthly)
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