Deutliche Signale aus Jackson Hole
Fed-Chef hebt Inflationsrisiken hervor
Auf dem diesjährigen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole bekundete Fed-Chef Kevin Warsh, dass er sich um die Inflation derzeit mehr Sorgen mache als um den Arbeitsmarkt. Die Lage an der Inflationsfront habe sich zuletzt "nicht maßgeblich verbessert". Die Notenbank müsse reagieren, falls sich die Teuerung nicht "zügig" in Richtung 2 % bewege. Somit ist der Notenbank-Chef bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage sich nicht zügig aufhellt. Zugleich erhöht er damit die Spannung vor der nächsten FOMC-Zinssitzung am 15./16. September. Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmaßlich das Zünglein an der Waage. Von Interesse ist nach unserem Dafürhalten vor allem die Kerninflation. Schwächt diese sich nicht ab, dann ist eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel. Die Entscheidung könnte auf Messers Schneide stehen. Die Marktteilnehmer preisen derzeit laut LSEG implizit eine Wahrscheinlichkeit von 49,5 % für eine Zinserhöhung der Fed im September ein. Dies untermauert die Unsicherheit und den Zwiespalt.
Aktienindizes schließen uneinheitlich
An den Aktienmärkten reagierten die Anleger auf die Rede des Fed-Chefs am Freitag mit gemischten Gefühlen. An der Wall Street legten die Kurse in einem unruhigen Handel zunächst zu und gaben dann im Tagesverlauf wieder nach. Der S&P 500 beendete den Tag mit einem Minus in Höhe von 0,25 %. Hierzulande überwog indes noch ein optimistischer Mix aus robusten Gewinnen, KI-Fantasie und der Hoffnung auf sinkende Ölpreise. Der DAX schloss entsprechend 0,77 % höher.
Wochenfokus: US-Arbeitsmarktbericht
In der neuen Woche stehen die Inflationsdaten aus Deutschland und der EWU sowie der US-Arbeitsmarktbericht für August im Mittelpunkt. Für Deutschland erwarten wir heute einen Anstieg der vorläufigen Inflationsrate auf 3,0 % nach 2,8 % im Juli. Am Dienstag folgen wichtige Konjunkturdaten: Der chinesische RatingDog-PMI dürfte auf 51,2 Punkte steigen. Für die EWU erwarten wir bei der vorläufigen HVPI-Rate einen Anstieg auf 3,1 % nach 2,9 %, während die Kernrate mit 2,5 % unverändert bleiben sollte. Der US-ISM für das verarbeitende Gewerbe dürfte mit 55,2 Punkten weiterhin eine solide Industrieaktivität signalisieren. Am Donnerstag steht der ISM für Dienstleistungen an, für den wir 53,7 Punkte erwarten. Den Höhepunkt bildet am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Wir erwarten 65 Tsd. neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft nach -23 Tsd. im Juli. Die Arbeitslosenquote dürfte auf 4,2 % steigen und die Stundenlöhne um 0,3 % zum Vormonat zulegen. Auf der Einzeltitelebene berichten unter anderem Dell am Dienstag und Broadcom am Mittwoch ihre Quartalszahlen.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


