10.05.2016 14:31
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Devisen monthly: Schweizer Wirtschaft brummt

EUR/CHF: Wenig Volatilität im Wechselkurs. Schweizer Wirtschaft brummt weiterhin.

Das Währungspaar EUR/CHF zeigte sich während der vergangenen sechs Wochen wenig volatil und notiert aktuell bei 1,097, was einer Aufwertung des Euro von ca. 0,6% entspricht. Grund für die geringen Ausschläge sind vermutlich Interventionen von Seiten der SNB, wofür es mehrere Indizien gibt: Zum einen betonte die Schweizerische Nationalbank (SNB) und ihr Präsident Thomas Jordan in den letzten Wochen immer wieder, dass die SNB am Devisenmarkt aktiv bleibt „um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen“ (siehe SNB Stellungnahme vom 17.03.2016) und dass sie den Franken weiter als überbewertet ansehen. Außerdem stiegen im vergangenen Monat die Einlagen der Banken bei der SNB um 1,5% an, was auf Eingriffe der Zentralbank schließen lässt. Potentieller Aufwertungsdruck für den Franken rührt weiterhin von der sich positiv entwickelnden Schweizer Wirtschaft. Zwar verringerte sich der Handelsbilanzüberschuss zuletzt leicht von 4,02 Mrd. CHF im Februar auf 2,16 Mrd. CHF im März, andere Konjunkturindikatoren der letzten Wochen stimmten aber positiv. Insbesondere die Arbeitslosigkeit blieb auf ihrem niedrigen Niveau und sank sogar um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6%. Auch das verarbeitende Gewerbe zeigte sich laut Einkaufsmanagerindex sowohl im März als auch April besser als erwartet und der Index stieg im April auf 54,7. Trotz der guten Konjunkturlage blieb die Inflationsrate im März im Vergleich zum Vorjahr negativ bei -0,9%, zeigt im Verlauf aber einen Anstieg. Grund für die anhaltend niedrige Inflationsrate ist vor allem der niedrige Ölpreis.

Auch die EZB-Sitzung Ende April hat die Aufgabe für die SNB nicht einfacher gemacht. Zwar wurden keine neuen Maßnahmen verkündet, insgesamt war das Signal dieser Sitzung jedoch, dass die EZB durchaus bereit ist, den Expansionsgrad der Geldpolitik noch zu erhöhen.

Allerdings konnten die jüngsten Zahlen zum BIP, das in der Eurozone überraschend stark um 0,6% qoq zulegte, den Handlungsdrang von EZB-Präsident Mario Draghi etwas dämpfen. Die weitere Entwicklung von EUR/CHF wird primär von dem Konjunkturverlauf der Eurozone abhängen. Große Aufwertungen des Franken sind aber unwahrscheinlich, da die SNB wohl mit Euro-Stützkäufen oder weiteren Zinssenkungen intervenieren würde. Daher gehen wir weiterhin von einer recht stabilen Entwicklung bis Jahresende aus, mit leichter Aufwertung des Euros auf 1,12.


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