25.03.2016 00:00
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Devisen monthly: Wirtschaftserholung in den USA wird US-Dollar helfen

EUR/USD konnte in den vergangenen 6 Wochen um 4% von 1,085 auf 1,129 zulegen. Zwischenzeitlich wertete der US-Dollar bis zum 11. Februar um 4,2% auf 1,132 ab, konnte von da an jedoch wieder deutlich zulegen und erreichte bis Ende Februar einen Wert von 1,087. Nach der letzten Fed-Sitzung verlor der Greenback wieder stark an Boden.

Die zunächst stetige Abwertung des US-Dollars ab Ende Januar ist auf die enttäuschenden US-Wirtschaftsdaten zurückzuführen und eine damit einhergehende Erwartungshaltung, dass die amerikanische Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung an ihrem aktuellen Leitzinsniveau festhalten wird. Vor allem die zu Jahresanfang auftretenden Finanzmarktturbulenzen, die insbesondere von den chinesischen Märkten ausgingen, eine sich abschwächende Weltwirtschaft und der niedrige Ölpreis belasteten die US-Wirtschaft. Eine neuerlich um sich greifende Rezessionsangst ließ ein vorzeitiges Ende der Fed-Leitzinswende immer wahrscheinlicher werden.

Zur gleichen Zeit wertete der Euro, der neben dem japanischen Yen zunehmend als Finanzierungswährung fungiert, angesichts des global volatilen Umfelds durch die Auflösung von Carry-Trade-Positionen auf. Ein baldiges Erreichen des 2%-Inflationsziels der EZB ist nicht in Sicht: Im Februar lag die Headline-Inflationsrate der Verbraucherpreise bei -0,2% (yoy), was zum Großteil auf die äußerst geringen Öl- und Rohstoffpreise zurückzuführen ist. Aber auch die Kerninflationsrate lag im Februar bei nur 0,8% (yoy). Zusätzlich büßte der Euro aufgrund der sich nur langsam erholenden Wirtschaft im Euroraum an Stärke ein.

Auf der jüngsten EZB-Sitzung am 10. März kündigte Notenbankchef Draghi ein weitreichendes Maßnahmenpaket an. Das Anleihekaufprogramm QE wird um Unternehmensanleihen aus dem Nicht-Finanzsektor ergänzt, der Hauptrefinanzierungssatz wurde unerwartet auf 0% und der Einlagensatz weiter in den Negativbereich auf -0,4% gesenkt. Trotz dieser umfassenden geldpolitischen Lockerungsschritte wertete der Euro, nach einer kurzzeitigen Abwertung, um 3,4% auf und lag bei 1,121. Ausgehend von der zurückhaltenden Reaktion der Märkte (Draghi hat einen negativen Leitzins für die Zukunft faktisch ausgeschlossen und somit Zukunftserwartungen enttäuscht) werden die Stimmen lauter, die eine Handlungsgrenze der Geldpolitik erreicht sehen: Kritiker sind der Meinung, dass es neben der ultralockeren Geldpolitik auch fiskalischer Stimuli und Strukturreformen bedarf, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Die Reaktion der Märkte ist mit der Situation der Bank of Japan Ende Januar zu vergleichen: Der Effekt eines gesenkten Leitzinses verpuffte innerhalb kürzester Zeit.

In den USA erholt sich die Wirtschaft seit Mitte Februar langsam: Zwar sank die Industrieproduktion im Februar um 0,5% (mom), jedoch konnte der Arbeitsmarkt im gleichen Monat mit 242.000 neu geschaffenen Jobs überzeugen. Die amerikanischen Zentralbankchefin Yellen hat besonders den Arbeitsmarkt als entscheidenden Wirtschaftsindikator für eine Leitzinserhöhung hervorgehoben. Zudem zogen sowohl die PCE-„Headline“-Inflationsrate als auch die PCE-Kernrate deutlich auf 1,3% bzw. 1,7% an (yoy im Januar). Damit nähert sich die Kerninflationsrate dennoch ihrem Ziel von 2%. Die Federal Reserve Bank beschloss auf ihrer Sitzung am 16. März an ihrem aktuellen Leitzinsniveau von 0,25-0,5% festzuhalten. Der Median der von den Fed-Mitgliedern als angemessen angesehenen Zinserhöhungsschritte verschiebt sich nach Meinung der Fed-Mitglieder in diesem Jahr von vier auf zwei Erhöhungen: Sie reagieren damit auf die weiterhin bestehenden globalen Risiken in der Weltkonjunktur und auf den Finanzmärkten. Der Euro konnte auf Grund der Entscheidung an Boden gewinnen.

Wir erwarten, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den USA über die nächsten Monate fortsetzen wird und die Inflationsrate weiter an Fahrt gewinnt. Sollte dies der Fall sein, wird die Fed das Leitzinsniveau im Juni auf 0,5-0,75% anheben, sodass der US-Dollar bis zur Mitte des Jahres auf 1,05 und bis Ende 2016 auf 1,07 aufwerten wird.


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