27.01.2017 09:45
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Devisen weekly: Aufkündigung des TPP sorgt für Yen-Aufwertung. Trump-Inauguration stärkt den Euro

In der Woche nach der Inauguration Donald Trumps stieg EUR/USD um 0,9 % auf 1,073. Die Ankündigungen in seiner Antrittsrede ließen die Sorge aufkommen, dass der im Wahlkampf angekündigte protektionistische Kurs tatsächlich umgesetzt wird. Der Austritt aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP hinterließ einen ersten Eindruck. Insgesamt reagierten Investoren stark auf politische Äußerungen der Trump-Administration und zeigten sich von konjunkturellen Daten verhältnismäßig unbeeindruckt. So hatten der im Januar auf 55,1 gestiegene US-PMI (Konsens: 54,5) und der für Deutschland verhaltene ifo-Geschäftsklimaindex keine Auswirkungen auf das Währungspaar. Währenddessen scheint die nächste Fed-Sitzung am 1. Februar nach der vergangenen Zinsanhebung keine Straffungs-Phantasien bei den Marktteilnehmern zu wecken. In der kommenden Woche dürften Bewegungen auch weiterhin von weiteren Amtshandlungen des neuen US-Präsidenten ausgelöst werden.

Der Yen notiert aktuell bei knapp 114 USD/JPY und legt damit um 0,8 % gegenüber der Vorwoche zu. Zu dieser Aufwertung dürften der hohe Leistungsbilanzüberschuss von 4 % des BIP und die erstmalig in 15 Monaten gestiegenen Exporte des vergangenen Dezembers (5,5 % YoY) beigetragen haben. Grund für die positiven Daten ist unter anderem der derzeit niedrige Ölpreis. Zudem dürfte die Aufkündigung des TPP durch die USA eine Rolle gespielt haben, da dieser Schritt die Unsicherheit für Japan erhöht. Im Zuge der Inauguration Trumps am 20. Januar war die japanische Währung bis auf 115,5 USD/JPY gestiegen. Zwar stand Japan bislang nicht im Fokus der protektionistischen Absichten des US-Präsidenten, jedoch birgt vor dem Hintergrund der Anleihekäufe der BoJ eine mögliche Unterbewertung des Yen gegenüber dem Dollar handelspolitisches Konfliktpotenzial. Sollte es tatsächlich zu einem Handelskonflikt kommen, würde dies wegen der einhergehenden Verunsicherung zur Aufwertung des Yen führen.

Das Pfund Sterling konnte sich im Vergleich zur Vorwoche weiter auf 0,85 EUR/GBP stabilisieren und wertete damit um 1,9 % auf. Das Urteil des obersten britischen Gerichtshofes vom Mittwoch bestätigt, was die britische Regierung bereits vermutet hatte: Für den formalen Austritt Großbritanniens aus der EU gemäß Art. 50 des Lissaboner Vertrages bedarf es der Zustimmung des eher europafreundlichen Parlaments. Das Pfund reagierte daraufhin verhalten positiv. Am Donnerstag will die britische Regierung einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Änderungsvorschläge der Gegner Mays könnten ihren Zeitplan dennoch in Gefahr bringen, bis Ende März eine Austrittserklärung offiziell in Brüssel einzureichen. Die heute (26.1.) veröffentlichten BIP-Wachstumszahlen des 4. Quartals 2016 von 0,6 % zum Vorquartal zeigten auch nach dem Brexit-Entscheid ein robuste Entwicklung in 2016. Erste Ankündigungen der konkreten Inhalte des Gesetzesentwurfs und Anzeichen auf eine schnelle Einigung dürften den Kurs des Pfunds gegenüber dem Euro bestimmen.

Der Schweizer Franken notiert gegenüber dem Euro bei 1,072 und zeigt damit kaum Veränderung im Vergleich zum Ende der letzten Berichtswoche. Die veröffentlichten Daten des UBS Konsumindikator für Dezember (1,5 % MoM) sowie die aufhellenden ZEW Konjunkturerwartungen gaben dem Franken kaum Impulse. Die heute veröffentlichte Handelsbilanz zeigte einen ggü. dem Vormonat reduzierten Überschuss um 0,8 Mrd. auf 2,72 Mrd. Franken für Dezember, ohne den Frankenkurs signifikant zu verändern. Aufgrund politischer Unsicherheiten in den USA sowie der anstehenden Wahlen in Europa dürfte der Schweizer Franken weiterhin hoch bewertet werden.


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