15.09.2017 12:10
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Devisen weekly: Dollar mit kleinem Comeback. Euro und Yen verlieren gegenüber dem Greenback. Pfund durch Inflationsentwicklung vor BoE-Zinsentscheid beflügelt

EUR/USD notiert aktuell bei 1,1885 und sank damit zur Vorwoche um 0,4 %. Trotz der Verluste am Ende konnte das Währungspaar in dieser Woche zwischenzeitlich erneut die 1,20-Marke knacken und lag am Freitag zeitweise bei einem Hoch von 1,2080. Nachdem am Montag (11.09.) der EZB-Direktor Benoit Coeure sich kritisch über die Stärke des Euro als Problem für die Inflationsentwicklung im Euroraum geäußert hatte, verlor die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar. Der Beschluss des UN-Sicherheitsrates am gleichen Tag, weitere Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen, stärkte den US-Dollar zusätzlich. Zudem sorgten positive Signale aus Washington am Mittwoch (13.09.), die regierenden Republikaner wollen bis Ende September ihre Vorschläge zur Steuerreform zur Abstimmung bringen, für Dollar-Optimismus. In der nächsten Berichtswoche ist vor allem auf die Zinssitzung der Fed am kommenden Mittwoch (19.09.) zu achten. Es wird erwartet, dass diese nun genauere Pläne zur Verringerung ihrer Bilanzsumme präsentiert und eventuell einen Zeitraum für den nächsten Zinsschritt nennt.

EUR/GBP hat sich im Berichtszeitraum von seinem Hoch bei 0,92 entfernt und notiert aktuell bei 0,8996. Die Stärkung des Pfunds lag an der britischen Inflationsrate, die ihre Erwartung für den August übertroffen hat (2,9 %, YoY). Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass heute auf der geldpolitischen Sitzung mehr als die bisher zwei der neun Mitglieder im BoE-Rat für eine Zinserhöhung stimmen. Sollte die BoE tatsächlich hawkische Signale aussenden, würde das Pfund weiter profitieren. Mit Blick auf das derzeitige Wirtschaftswachstum und die rückläufigen Reallöhne ist es allerdings noch zu früh, um den Leitzins anzuheben. Auf dem Festland hat die EZB auf ihrer Zinssitzung (07.09.) keine Details zum Tapering bekannt gegeben und verweist auf ihre nächste Sitzung (26. 10.). Nächste Woche steht der CPI und die PMIs der Eurozone im Fokus. Außerdem will Theresa May in den nächsten Wochen ihre neueste Brexit-Strategie im Unterhaus präsentieren, um die zähen Verhandlungen mit der EU voranzubringen.

USD/JPY stieg diese Woche um 1,3 % auf 110,46. Wichtigster Treiber ist nach wie vor der Nordkorea-Konflikt. Die internationale Einigkeit in Form von weiteren Sanktionen gegen Nordkorea sowie geringere Schäden durch „Irma“ in Florida verliehen dem Dollar zu neuer Stärke, nachdem dieser am 08.09. auf dem schwächsten Stand (107,84) seit November letzten Jahres notierte. In der kommenden Woche steht vor allem die Zinsentscheidung der Fed (20.09.) im Fokus.

EUR/CHF notiert aktuell bei 1,1467 und konnte damit um 0,6 % zulegen. Am Anfang der Berichtswoche verlor der Euro zunächst gegenüber dem Schweizer Franken. Dies lag vor allem an schwachen Konjunkturdaten aus Spanien und Frankreich. Auch die am Montag (11.09.) einsetzende bullishe Dollarbewegung setzte den sicheren Hafen Schweizer Franken unter Druck. Am Mittwoch (13.08.) fielen die Erzeugerpreise in der Schweiz besser aus als erwartet (0,6% YoY). In der nächsten Berichtswoche ist vor allem auf die Inflationsraten aus der Eurozone zu achten. Falls diese geringer als erwartet ausfallen, würde dies den Euro schwächen. Auch das Zinstreffen der Schweizer Notenbank (14.09.) könnte interessant werden, wenn die SNB überraschend klare Worte zur momentanen Überbewertung des Schweizer Frankens findet.


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