06.10.2017 11:30
Anzeige

Devisen weekly: Fed-Zukunft beschäftigt Devisenmarkt

EUR/USD notiert aktuell bei 1,1764 und stieg im Vergleich zur Vorwoche um 0,2 %. Das gegen alle Widerstände durchgeführte Referendum zur Abspaltung Kataloniens schwächte den Euro. Die derzeitig fragile Lage ist zwar im Währungskurs eingepreist und noch liegt eine gesetzesmäßige Unabhängigkeit Kataloniens auch in weiter Ferne, jedoch würden weitere Spannungen, wie beispielsweise die Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien, den Euro belasten. In den USA ist der ISM-Index auf ein 13-Jahres-Hoch gestiegen. Auch die Suche nach einem möglichen Nachfolger für die amtierende Fed-Präsidentin Janet Yellen nimmt Konturen an. Präsident Trump wird in den nächsten Wochen den neuen Notenbank-Chef bekannt geben. Gute Aussichten auf eine Nominierung wurden zuletzt den Geldpolitikern Neel Kashkari, Jerome Powell und Kevin Warsh eingeräumt. Am Ende der Woche werden die US-Arbeitsmarktdaten (06.10.) den Verlauf von EUR/USD bestimmen.

EUR/GBP stieg in der vorherigen Berichtswoche um 1,3 %und notiert aktuell bei 0,8892. Die vorherrschende Brexit-Unsicherheit spiegelte sich diese Woche erneut im britischen BIP-Wachstum wider. Dieses musste für das zweite Quartal auf 1,5 % revidiert werden (YoY, vorher 1,7 %). Das Pfund wertete dadurch ab. Für etwas Stabilität sorgte dagegen die vierte Brexit-Verhandlungsrunde zwischen EU und Großbritannien. Beide Seiten zeigten sich deutlich optimistischer als zuletzt. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sprach sogar von einer neuen „Dynamik“. Um über die künftige Handelsbeziehung zu sprechen, seien aber immer noch nicht „genügend Fortschritte“ erzielt worden, so zumindest die Erkenntnis nach einer Abstimmung im EU-Parlament (03.10.). Jetzt müsste in der fünften Verhandlungsrunde (Beginn: 09.10.) ein gr0ßer Durchbruch gelingen, um die EU vom Gegenteil zu überzeugen. Darüber hinaus hat sich im Tory-Lager ein Machtkampf zwischen Boris Johnson und Theresa May gebildet. Johnson hat eine eigene Vision vom Brexit und untergräbt damit die Autorität seiner Premierministerin. Auf kurze Sicht könnte das Pfund darunter leiden.

USD/JPY liegt aktuell bei 112,78. Trotz positiver konjunktureller Daten in den USA büßte der Dollar gegenüber dem Yen leicht ein. Als Gründe sind der schwelende Nordkorea-Konflikt sowie die vorgezogenen Neuwahlen in Japan anzuführen. Für eine Stärkung des Yen sorgte der US-Präsident (01.10.), nachdem dieser via Twitter mitteilte, dass sein Außenminister (Tillerson) bei direkten Gesprächen mit Nordkorea Zeit verschwende. Der Tankan-Bericht stieg unerwartet um fünf Punkte auf 22 Indexzähler  im dritten Quartal (01.10.). Das Zehn-Jahres-Hoch des Tankan kommt dem japanischen Premierminister Shinzo Abe in Anbetracht der Neuwahlen am 22. Oktober sehr entgegen und stärkt seine Position. Herausgefordert wird Abe von der „Party of Hope“: Unter der Führung seiner ehemaligen Parteikollegin, Yuriko Koike (Gouverneurin Tokios), formiert sich die derzeitige Opposition neu. Abe liegt derzeit in den Umfragen vorne, aber 43 % der Wähler sind noch unentschlossen. Unter diesen unsicheren Rahmenbedingungen profitiert der Yen.


Hier können Sie das "Wochenbarometer" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.
 
Quelle

Als "Bank für Unternehmer" konzentriert sich die HSH Nordbank auf die Zielgruppe des gehobenen deutschen Mittelstands sowie deren Inhaber. Für diese Kunden will die Bank bevorzugter Ansprechpartner in allen finanziellen Belangen sein – im Geschäftlichen wie im Privaten.

Weitere Nachrichten
HSH Nordbank
07.02.2019 18:20
Ein geordneter Machtwechsel in Venezuela würde das Anliegen der OPEC, die Preise zu stabilisieren, unterminieren, glaubt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. ...
07.02.2019 18:00
Das Austauschverhältnis EUR/USD hat eine bewegte Woche hinter sich. Nach der EZB-Zinssitzung vom vergangenen Donnerstag (24.01.) verlor der Euro erst einmal etwas an Wert ge ...
07.02.2019 17:35
Die Fed-Sitzung von gestern (30.01.) hat an den Zinsmärkten deutliche Reaktionen hervorgerufen. Die Renditen gaben über die gesamte Zinsstruktur nach. Notenbankchef Jerome P ...