11.12.2015 10:15
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Devisen weekly - Nach der Sitzung ist vor der Sitzung: Euro vorerst stärker

EUR/USD legte in der Berichtsperiode stark zu und notiert aktuell bei 1,10. Die Auf-wertung des Euro lässt sich beinahe ausschließlich auf die Zinssitzung der EZB am vergangenen Donnerstag zurückführen. Die Märkte zeigten sich über die als unzureichend befundene geldpolitische Expansion enttäuscht und so legte der Euro in weniger als einer Stunde um 3,5% zu. Indes bestätigten die jüngsten US-Beschäftigungs­zahlen den Eindruck, dass sich die US-Konjunktur in einer robusten Verfassung befindet. Aus unserer Sicht führt in dieser Situation kein Weg an dem Zinsschritt der US-Notenbank vorbei. Deshalb sehen wir für EUR/USD in der nächsten Woche eine Abwärtsbewegung in Richtung 1,07.

Im Vorwochenvergleich kletterte EUR/GBP von 0,708 auf 0,724, was einer Veränderung über 2% gleichkommt. Der Großteil der Kursgewinne von EUR/GBP hängt mit der EZB-Zinsentscheidung zusammen. Hinzu kamen allerdings schwache Zahlen der britischen Industrie. Das verarbeitende Gewerbe überraschte im Oktober mit einem Rückgang von 0,4% mom. Keine Neuigkeiten gab es von der Bank of England, die keine Veränderung ihrer Geldpolitik vorgenommen hat. Mit der von uns erwarteten Zinswende in den USA in den nächsten Tagen könnte EUR/GBP wieder einen leichten Rücksetzer auf 0,71 erleben.

USD/JPY nahm im Vergleich zur Vorwoche ab und liegt derzeit bei 121,6. Das Währungspaar geriet zunächst im Zuge der Zinsentscheidung der EZB unter Druck und stabilisierte sich nach der Veröffentlichung der guten US-Arbeitsmarktdaten. Entscheidend für den Kursrückgang war jedoch die zweite BIP-Schätzung für das dritte Quartal in Japan. Auf das Jahr gerechnet sank die Wirtschaftsleistung nicht etwa um 0,8%, sondern stieg um 1,0% an. Somit ist die japanische Wirtschaft im dritten Quartal technisch gesehen doch nicht in eine Rezession abgerutscht. Wir gehen davon aus, dass am kommenden Mittwoch die Zinswende in den USA vollzogen wird und damit USD/JPY wieder auf ein Niveau von mindestens 123 zurückkehren wird.

Nach 1,081 in der Vorwoche notiert EUR/CHF zuletzt etwas höher bei 1,083. Als Reaktion auf die Sitzung der EZB am vergangenen Donnerstag stieg das Währungspaar zeitweise sogar bis auf 1,094. Die schweizerische Nationalbank (SNB) hat zwar ihren Kurs beibehalten, schließt weitere Zinssenkungen aber nicht aus. Die Notenbanker halten den Franken nach wie vor für „deutlich überbewertet“, trotz der Entlastung durch die Enttäuschung, die von der EZB-Entscheidung ausging. Dennoch bleibt die schweizerische Konjunktur schwach und die Gefahren für eine anhaltende Deflation sind hoch. Eine tiefgreifende Reaktion der SNB erwarten wir aber vorerst nicht und sehen EUR/CHF weiter zwischen 1,08 und 1,09.

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Quelle

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