05.05.2017 14:00
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Devisen weekly: Politische Turbulenzen beendet

Die Phase politischer Turbulenzen, die auch die Devisenmärkte stark beeinflusst hatte, scheint bereits vor der Stichwahl am Sonntag in Frankreich beendet, da ein Sieg Emmanuel Macrons als sicher gilt. Auch die Zinssitzungen der EZB, Fed und BoJ endeten ohne nennenswerte Änderungen der jeweiligen Geldpolitik.

EUR/USD: Der Euro notiert aktuell bei 1,092 US-Dollar und sank somit um 0,1 % zur vorigen Berichtswoche. Genau wie die EZB in der vergangenen Woche hat die Fed bei ihrer Zinssitzung am Mittwoch (03.05.) den Leitzinskorridor wie erwartet unverändert gelassen. Ein schwaches erstes Quartal 2017 nahm darüber hinaus den Druck von der Fed, den Leit-zins erneut zu erhöhen. Mit einem BIP-Anstieg von 0,7 % (QoQ) blieb das Wirtschaftswachstum in den USA 0,4 Prozentpunkte hinter den Erwartungen zurück. Zwar büßte der Greenback zeitweise fast einen Cent gegenüber dem Euro ein, der wiederum von starken PMI-Daten (56,7, Konsens: 56,8) profitieren konnte, allerdings rechnet die Fed damit, dass die Schwäche der US-Konjunktur nur vorübergehend ist. Zu achten ist auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag (05.05.). Ein Beschäftigungs-zuwachs von mehr als 190.000 Stellen würde auf ein gutes zweites Quartal hindeuten.

Das Währungspaar US-Dollar/Yen wird derzeit bei 112,1 USD/JPY gehandelt. Damit geht der Dollar um 0,6 % gestärkt aus der vergangenen Berichtswoche hervor. Mit der Zinssitzung der Bank of Japan am Donnerstag der vergangenen Woche (27.04) ging eine leichte Abwertungsbewegung des Yen einher, die bis zum Ende der Berichtswoche angehalten hat. Wie erwartet war in Tokio beschlossen worden, am QQE-Programm festzuhalten und weiterhin für 80 Milliarden Yen monatlich Anleihen zu kaufen. Außerdem hat auch der Aufwertungsdruck, der aufgrund der Unsicherheiten (Frankreichwahl, Nordkoreakonflikt, Syrien) der vergangenen Wochen auf der japanischen Währung gelastet hatte, abgenommen, da u.a. ein Sieg des eurofreundlichen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron in Frankreich als sicher gilt.

EUR/GBP notiert bei 0,845 und sank im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche um 0,8 %. Die Ankündigung der EZB (27.04.) ihre Geldpolitik weiterhin locker zu belassen, ließ das britische Pfund zwischenzeitlich deutlich an Stärke gewinnen. Auch von konjunktureller Seite bekam der Sterling Auftrieb. So fiel der PMI für das Verarbeitende Gewerbe im April überraschend stark aus (57,3; Konsens: 54). Darüber hinaus trafen sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Wochenende, um ihre Richtlinien bei den Brexit Verhandlungen zu klären. Tendenziell dürfte der Druck auf das Pfund in den kommenden Wochen eher steigen. Einerseits stehen in vier Wochen Neuwahlen (08.06.) in UK an, andererseits müssen sich die Briten auf harte Verhandlungen einstellen. Weiterhin findet kommende Woche (11.05.) die BoE-Zinssitzung statt, wobei von keiner Änderung der Geldpolitik auszugehen ist.

Das Währungspaar EUR/CHF notiert bei 1,082 und wertete zur letzten Berichtswoche um 0,4 % ab. Das Niveau nach dem ersten Durchgang der Frankreichwahl kann somit vor dem zweiten Wahltermin (07.05.) annähernd gehalten werden. Die Notenbankchefs beider Nationalbanken meldeten sich unterdessen zu Wort: Während Mario Draghi von der Notwendigkeit einer anhaltend lockeren EZB-Geldpolitik sprach, versicherte SNB-Chef Thomas Jordan, dass die konjunkturelle Lage auf dem Weg der Besserung sei, die Inflationsrate bis 2019 jedoch nicht über 1 % erwartet werde.


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