29.09.2017 08:30
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Devisen weekly: US-Dollar steigt durch positive Zins- und Steueraussichten und Rede Theresa Mays treibt Pfund

EUR/USD notiert aktuell bei 1,1762 und sank somit zur Vorberichtswoche um 1,3 %. Der wichtigste Auslöser für die Euro-Schwäche war das Ergebnis der Bundestagswahl am Sonntag und die schwierigen Perspektive hinsichtlich der Koalitionsverhandlungen. Gleichzeitig wurde der US-Dollar stärker, denn am vergangenen Dienstag bestätigte Fed-Chefin Janet Yellen noch einmal den Kurs der US-Notenbank, der am Freitag zuvor verkündet worden war. Markteilnehmer zeigten sich mehr und mehr davon überzeugt, dass der nächste Zinsschritt der Fed im Dezember erfolgen wird. Positiv für den US-Dollar war auch die Vorstellung der Steuerreformpläne des US-Präsidenten Donald Trump. In der kommenden Berichtswoche ist unter anderem auf die Indikatoren aus den USA zu achten, insbesondere die Arbeitsmarktdaten sowie der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe. Sie dürften letztlich den von Yellen angekündigten geldpolitischen Kurs unterstreichen und könnten dem US-Dollar zu einem weiteren Kursanstieg verhelfen.

EUR/GBP notiert aktuell bei x,8778 und gab zur Vorberichtswoche um 0,3 % nach. Eine neue Brexit-Rede von Theresa May sorgte am Freitag nach drei Monaten praktisch ergebnisloser Verhandlungen endlich für Bewegung. Die Premierministerin schlug der EU eine zweijährige Übergangszeit bis 2021 vor, in der das Verhältnis UK-EU gleichbleiben würde und die Briten mindestens bis zu ihrem Austritt weiterhin in den EU-Haushalt einzahlen würden. Daraufhin lobte EU-Verhandlungsführer Michel Barnier Frau May für ihren „konstruktiven Geist“. Während der vierten Verhandlungsphase, die bis heute Nachmittag (28.09.) andauern soll, wird jetzt fleißig über die Regulierung dieser Übergangszeit diskutiert. Das Pfund dürfte sich mittelfristig erholen, zumal sich damit die Unsicherheiten auflösen und der Brexit einen deutlich weicheren Kurs aufnehmen könnte. In Kontinentaleuropa haben die Bundestagswahlen mit dem starken Abschneiden der AfD gezeigt, dass der Euro sein Populismus-Gespenst noch nicht abgeschüttelt hat. Auf jeden Fall sollte diese Woche der Parteitag der Tories für den Brexit spannend werden. Dabei könnte ein starker Gegenwind durch Brexit-Hardliner den neuen „weichen“ Kurs von Frau May zunichte machen. Zusätzlich könnten die britischen PMI-Daten (04.10.) einen Hinweis geben, ob die angekündigte Zinserhöhung der BoE berechtigt ist.

USD/JPY stieg in der abgelaufenen Berichtswoche um 0,4 % auf 113,04. Trotz erneuter Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt (die den Yen nur temporär stärkte) konnte der US-Dollar gegenüber dem Yen weiter zulegen, da mit einer baldigen Leitzinsanhebung in den USA gerechnet wird. In Japan werden vorgezogenen Neuwahlen voraussichtlich am 22. Oktober stattfinden. Obwohl eine Wiederwahl wahrscheinlich ist, gehen Wahlen immer mit Unsicherheiten einher. Aufgrund der Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen vom vergangenen Dienstag erwarten nun immer mehr Marktteilnehmer eine Leitzinsanhebung in den USA. Auch die Versprechungen des amerikanischen Präsidenten hinsichtlich massiver Steuererleichterungen verliehen dem Dollar zusätzlich Rückenwind und schwächten den Yen. Angesichts der politischen Unsicherheit in Japan dürfte sich die Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar jedoch in Grenzen halten, da der Yen in der Regel von Unsicherheit profitiert.


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