10.03.2017 13:30
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Devisen weekly: Wahrscheinliche Fed-Zinsanhebung stärkt US-Dollar

Der Euro wertete im Vergleich zur letzten Berichtswoche bis zur EZB-Sitzung um 0,1 % auf und sprang nach der Sitzung zeitweise auf über 1,06 EUR/USD. EZB-Präsident Draghi hatte deutlich gemacht, dass die Notenbank jetzt etwas optimistischer über die wirtschaftliche Lage ist, wenngleich der geldpolitische Kurs wie geplant beibehalten wird. Außerdem verwehrte sich Draghi gegen den US-Vorwurf, Deutschland betreibe Währungsmanipulation. Insgesamt konnte der Greenback den vorherigen Aufschwung – unter anderem durch die Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen – nicht mit in die neue Berichtswoche nehmen. An der Konjunkturfront gab es keine marktbewegende Überraschungen. Die Eurozone verzeichnete im vierten Quartal ein gleichbleibendes BIP-Wachstum von 0,4 % (Konsens: 0,4 %, QoQ). Neben positiven US-Arbeitsmarkt-daten (10.03.) dürfte insbesondere die erwartete Leitzinsanhebung der Fed von 0,75 % auf 1 % (15.03.) den US-Dollar stärken, die Holland-Wahl jedoch dem entgegen wirken.

Der japanische Yen liegt um 0,2 % abgewertet bei zurzeit 114,4 USD/JPY. Die sehr wahrscheinliche Leitzinsanhebung der Fed sowie freundliche US-Wirtschaftdaten konnten dem US-Dollar Auftrieb verleihen. Unterstützt wurde die Währung durch den US-Arbeitsmarkt, der mit 298.000 Neueinstellungen im Februar die Schätzung von 198.000 weit übertraf. Auf japanischer Seite hingegen fielen die BIP-Wachstumsrate von 0,3 % (Konsens: 0,4 %, QoQ) als auch der Leistungsbilanzüberschuss für Januar mit (65,5 Mrd. Yen, Konsens: 239 Mrd. Yen) schlechter aus als erwartet. Der US-Dollar dürfte sich zum Yen auch in der nächsten Woche auf hohem Niveau halten.

Das britische Pfund Sterling gerät weiter unter Druck und notiert bei einer Abwertung gegenüber dem Euro von 1 % zu Vorwoche derzeit bei 0,866 EUR/GBP. Neben dürftigen UK-Wirtschaftsindikatoren (PMI Dienstleistungen bei 53,3, Konsens: 54,1) belasten jüngste politische Entwicklung das Pfund: Die für Ende März geplante offizielle UK-Austrittserklärung in Brüssel könnten sich verzögern, da das Oberhaus gegen den Gesetzesentwurf votierte. Der eingeforderte Zusatz eines substanziellen Mitspracherechts beinhaltet letztlich wohl die Option des Parlaments, den Brexit gänzlich zu stoppen. Auch die anstehende Zinsentscheidung der BoE (16.03.), von der trotz anziehender Inflation und einer Konjunktur keine Aktionen erwartet werden, dürfte das Pfund nicht stärken. Bleibt eine Überraschung bei den Unterhauswahlen in den Niederlanden (15.03.) aus, dürfte das Pfund gegenüber dem Euro weiterhin unter Druck stehen.

Der Schweizer Franken notiert zurzeit bei 1,067 EUR/CHF und wertete im Vergleich zur Vorwoche um 0,5 % ab. Ein hoher Verbraucherpreisindex für Februar von 0,6 % (Konsens: 0,3 %, YoY) schwächte die Währung zwischenzeitlich über 1,074 EUR/CHF. Die SNB weitete ihre Fremdwährungskäufe erneut aus (dies zeigen die wöchentlich veröffentlichten Sichteinlagen im Bankensystem) und stemmt sich gegen den fortlaufenden Aufwertungsdruck. Eine Leitzinsänderung (derzeit -0,75 %) auf der kommenden SNB-Zinssitzung (16.03.) wird hingegen nicht als Mittel erwartet. Werden die Wahlen in den Niederlanden (ebenfalls 16.03.) keine Überraschung hervorbringen, dürften Risk-Off-Bewegungen in den Franken vorübergehend eingedämmt werden und eine Euro-Aufwertung nach sich ziehen.


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