| Dank der beschriebenen Berechnungsweise treten strukturelle Schwächen einer Marktbewegung
regelmäßig offen zu Tage. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn in der Spätphase
einer Hausse nur noch wenige hochkapitalisierte Titel den zugrundeliegenden Index
auf neue Hochstände ziehen, während die Masse der Indexmitglieder bereits zurückbleibt.
Das Gegenteil ist allerdings nach wie vor der Fall. Schließlich werden die neuen Rekordstände,
welche die US-Aktienmärkte im 1. Halbjahr verbuchen konnten, unverändert durch die
Advance-/Decline-Linie bestätigt. Mit anderen Worten: Die Mehrzahl der Aktien trägt
den laufenden Aufschwung auch im 9. Jahr der Hausse. Dennoch ist die grundsätzliche
Marktverfassung anders als im Januar zu bewerten. Für einen Wermutstropfen sorgt beispielsweise
die sog. „Dow-Theorie“. Eine der Kernforderungen von Charles Dow lautete, dass sich
Dow Jones Industrial Average und Dow Jones Transportation gegenseitig bestätigen sollten.
Seit längerem ist das aber nicht mehr der Fall. Während die Transporttitel mehr oder
minder auf dem Niveau des alten Rekordhochs vom November 2014 notieren, strebt der
DJIA weiter nach Norden und konnte in diesem Zeitraum von unter 18.000 auf über 21.000
Punkte zulegen (siehe Chart 2). |