23.12.2016 06:45
Anzeige

EUR/CHF: SNB könnte 2017 stärkeren Franken zulassen

EUR/CHF wird im Jahr 2017 weiterhin stark von der geldpolitischen Strategie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beeinflusst, die darauf bedacht ist den Franken nicht zu stark werden zu lassen. Politische Krisen in der EU könnten den Aufwertungsdruck auf den Franken wieder erhöhen. Die SNB könnte jedoch aufgrund des ebenfalls stärkeren Dollars einen härteren Franken zulassen.

Derzeit notiert das Währungspaar EUR/CHF bei 1,07. Somit wertete der Euro in diesem Jahr gegenüber dem Franken um 1,6 % ab. Die SNB versucht mit Fremdwährungsankäufen in Milliardenhöhe eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern, um die exportorientierte schweizer Wirtschaft vor einem zu starken Franken zu schützen.

Auch im kommenden Jahr wird der Franken weiterhin als sicherer Hafen angesehen, sodass in politisch turbulenten Zeiten der Schweizer Franken einem hohen Aufwertungsdruck ausgesetzt sein wird. Im ersten Halbjahr 2017 stehen wichtige Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an in Europa an (Frankreich, Niederlande und ggf. Italien). Sollten dabei eurokritische Kräfte erstarken oder gar gewinnen, könnte die Europäische Union nach dem Brexit-Schock wieder in eine weitere Krise stürzen. In diesem Fall würde der Euro stark unter Druck geraten und gegenüber dem Franken abwerten.

Der Schweizer Franken hat gegenüber einem Warenkorb seiner wichtigsten Handelspartner tendenziell abgewertet. Dies liegt daran, dass die Fed auf ihrer letzten Sitzung den US-Leitzins anhob und verkündet hat, dass es im nächsten Jahr zu drei weiteren Leitzinsanhebungen kommen könnte. Zu einem Nachlassen des Interventionsdrucks passen auch Äußerungen SNB-Chefs Thomas Jordan, dass die Notenbank weiterhin auf dem Devisenmarkt aktiv sein werde, jedoch „die gesamte Währungssituation berücksichtigt wird.“ Der starke Dollar ermöglicht es der Schweizer Wirtschaft ihre Produkte günstiger in die USA zu exportieren, Exportabnahmen können so teilweise kompensiert werden.

Das deutet darauf hin, dass die SNB im nächsten Jahr gewillt sein könnte, einen etwas stärkeren Franken zuzulassen, solange dies graduell geschieht und der Schweizer Wirtschaft genügend Zeit eingeräumt wird, sich an die Wechselkurssituation anzupassen. So gehen wir davon aus, dass der Wechselkurs zur Jahresmitte bei 1,06 dotieren wird, politische Krisen in der EU könnten den Wert des Währungspaares zwischenzeitlich aber auf noch tiefere Werte drücken.


Hier können Sie unserere monatlich erscheinenden "Rententrends" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.
 
Quelle

Als "Bank für Unternehmer" konzentriert sich die HSH Nordbank auf die Zielgruppe des gehobenen deutschen Mittelstands sowie deren Inhaber. Für diese Kunden will die Bank bevorzugter Ansprechpartner in allen finanziellen Belangen sein – im Geschäftlichen wie im Privaten.

Weitere Nachrichten
HSH Nordbank
07.02.2019 18:20
Ein geordneter Machtwechsel in Venezuela würde das Anliegen der OPEC, die Preise zu stabilisieren, unterminieren, glaubt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. ...
07.02.2019 18:00
Das Austauschverhältnis EUR/USD hat eine bewegte Woche hinter sich. Nach der EZB-Zinssitzung vom vergangenen Donnerstag (24.01.) verlor der Euro erst einmal etwas an Wert ge ...
07.02.2019 17:35
Die Fed-Sitzung von gestern (30.01.) hat an den Zinsmärkten deutliche Reaktionen hervorgerufen. Die Renditen gaben über die gesamte Zinsstruktur nach. Notenbankchef Jerome P ...