EUR/CHF: SNB könnte 2017 stärkeren Franken zulassen
EUR/CHF wird im Jahr 2017 weiterhin stark von der geldpolitischen Strategie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beeinflusst, die darauf bedacht ist den Franken nicht zu stark werden zu lassen. Politische Krisen in der EU könnten den Aufwertungsdruck auf den Franken wieder erhöhen. Die SNB könnte jedoch aufgrund des ebenfalls stärkeren Dollars einen härteren Franken zulassen.
Derzeit notiert das Währungspaar EUR/CHF bei 1,07. Somit wertete der Euro in diesem Jahr gegenüber dem Franken um 1,6 % ab. Die SNB versucht mit Fremdwährungsankäufen in Milliardenhöhe eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern, um die exportorientierte schweizer Wirtschaft vor einem zu starken Franken zu schützen.
Auch im kommenden Jahr wird der Franken weiterhin als sicherer Hafen angesehen, sodass in politisch turbulenten Zeiten der Schweizer Franken einem hohen Aufwertungsdruck ausgesetzt sein wird. Im ersten Halbjahr 2017 stehen wichtige Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an in Europa an (Frankreich, Niederlande und ggf. Italien). Sollten dabei eurokritische Kräfte erstarken oder gar gewinnen, könnte die Europäische Union nach dem Brexit-Schock wieder in eine weitere Krise stürzen. In diesem Fall würde der Euro stark unter Druck geraten und gegenüber dem Franken abwerten.
Der Schweizer Franken hat gegenüber einem Warenkorb seiner wichtigsten Handelspartner tendenziell abgewertet. Dies liegt daran, dass die Fed auf ihrer letzten Sitzung den US-Leitzins anhob und verkündet hat, dass es im nächsten Jahr zu drei weiteren Leitzinsanhebungen kommen könnte. Zu einem Nachlassen des Interventionsdrucks passen auch Äußerungen SNB-Chefs Thomas Jordan, dass die Notenbank weiterhin auf dem Devisenmarkt aktiv sein werde, jedoch „die gesamte Währungssituation berücksichtigt wird.“ Der starke Dollar ermöglicht es der Schweizer Wirtschaft ihre Produkte günstiger in die USA zu exportieren, Exportabnahmen können so teilweise kompensiert werden.
Das deutet darauf hin, dass die SNB im nächsten Jahr gewillt sein könnte, einen etwas stärkeren Franken zuzulassen, solange dies graduell geschieht und der Schweizer Wirtschaft genügend Zeit eingeräumt wird, sich an die Wechselkurssituation anzupassen. So gehen wir davon aus, dass der Wechselkurs zur Jahresmitte bei 1,06 dotieren wird, politische Krisen in der EU könnten den Wert des Währungspaares zwischenzeitlich aber auf noch tiefere Werte drücken.
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