Euro auf 17-Monatstief

Rentenmarkt auch im Oktober unfit


Am Rentenmarkt mag viele dieser Tage der Gedanke beschleichen: "Wie gut, dass dieser September zu Ende ist!" US-Treasuries mit zehn Jahren Laufzeit sattelten vergangenen Monat an ihrer Rendite per saldo mehr als einen halben Prozentpunkt drauf. Deren französische Pendants waren mit einem Plus von fast 70 Stellen dabei. Der Oktober wollte sich, zu seinem Beginn am vergangenen Freitag, versöhnlich präsentieren, zumindest dem Rentenmarkt gegenüber. Denn: Zum Ausklang der vorigen Woche enttäuschte der US-Arbeitsmarktbericht für September auf ganzer Linie. Die Arbeitslosenquote wurde um ein Zehntel höher gemeldet als zuvor. Zudem wurden in der US-Volkswirtschaft außerhalb der Landwirtschaft netto lediglich 29 Tausend neue Stellen geschaffen. Die Fed dürfte zwar die Leitzinsschraube demnächst noch einmal fester drehen, aber verhaltener, als dies mancher bis Freitag-Mittag gedacht hatte. Dem US-Rentenmarkt half dies nicht: Die Kurse beendeten den Freitag meist im Minus.

Neue Woche, neue bange Blicke auf den Ölmarkt


Zu Beginn dieser neuen Handelswoche fällt beim Blick auf die Kurstafel vor allem der Euro auf. Gegenüber dem US-Dollar notiert die Gemeinschaftswährung so tief wie seit Mai 2025 nicht mehr: 1,1185 USD. Die miese Lage der öffentlichen Haushalte in Paris schreckt die Beteiligten am Devisenhandel offensichtlich mehr als die ähnliche Situation in Washington. Ansonsten werden die Blicke aller am Finanzmarkt heute und in den kommenden Tagen weiter auf das Geschehen rund um den Ölmarkt gerichtet sein. Zu sehr drücken die hohen Preise, v. a. für verarbeitete Ölprodukte, allenthalben auf die Stimmung. Die Vereinigten Staaten haben die G7 dazu genötigt, die Reserven der Staaten anzuzapfen und 100 Mio. Fass Diesel freizugeben. Andernfalls hätten die USA ein Exportverbot auf Diesel erlassen. Die Entscheidung, die strategischen Reserven betreffend, ist nicht die erste dieser Art seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Ein Ende hoher Preise für Rohöl und Raffinerieprodukte ist nicht in Sicht. Ein Fass Brent erbringt auch heute mehr als 102 US-Dollar. Am Rande notiert: In Brasilien ist im aktuellen Rennen um die Präsidentschaft dort gestern keine Entscheidung gefallen. Vielmehr wird es am 25. Oktober eine Stichwahl geben zwischen Amtsinhaber Lula und Herausforderer Bolsonaro Jr.


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