09.01.2017 09:00
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Euro-BUND-Future - Aufwärtstrend stößt an Grenzen

Aufwärtstrend stößt an Grenzen
Trotz des im Juni 2016 erreichten neuen Rekordstands von 168,86 wird die Luft für den Euro-BUND-Future zusehends dünner. So versuchte das Rentenbarometer zuletzt vergeblich, die Parallele (akt. bei 169,60) zum seit Sommer 2008 bestehenden Haussetrend zu überwinden. Das inzwischen negativ nach unten aufgelöste „inside quarter“ vom 3. Quartal 2016 macht das Scheitern nicht nur offensichtlich, sondern damit hat der Zinsfuture gleichzeitig auch den Rückfall in den Basisaufwärtstrendkanal seit Beginn der 1990er Jahre (obere Begrenzung akt. bei 164,06) vollzogen (siehe Chart 8). Da auf solche „false breaks“ regelmäßig dynamische Kursbewegungen in die entgegengesetzte Richtung folgen, sollten Investoren 2017 auf der Hut sein. Als zusätzliche Warnung dient in diesem Zusammenhang das jüngste Ausstiegssignal seitens des RSI. Seit März 2015 hatte der Oszillator zuvor auf historisch einmaligen Niveaus begonnen, eine negative Divergenz auszuprägen, indem das eingangs erwähnte Allzeithoch nicht mehr durch ein entsprechendes Indikatorenpendant bestätigt wurde. Noch schwieriger gestaltet sich die Situation auf Monatsbasis, denn in diesem Zeitfenster hat der MACD bereits auf historisch hohem Niveau ein Ausstiegssignal generiert.
 
 
  Euro-BUND-Future (Quarterly)  
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Die nächsten Rückzugslinien
Anhand des Monatscharts des Euro-BUND-Future möchten wir zusätzlich die nächsten Auffangbereiche herausarbeiten. Zusammen mit den Hochs von Anfang 2015 bei gut 160 bilden die letzten beiden Monatstiefs bei 159,54/14 eine erste Haltezone. Darunter definiert die 38-Monats-Linie (akt. bei 155,59) eine weitere nennenswerte Unterstützung. Wenn man allerdings die o. g. Tradingweisheit, „auf einen Fehlausbruch auf der Oberseite, folgt ein Test der Unterseite“ als Maßstab nimmt, dann muss die Kumulationszone bei rund 148/146 hervorgehoben werden. Neben dem Tief vom Juni 2015 bei 148,23 und den Hochs von 2012/13 zwischen 146,17 und 147,20 bilden auf diesem Niveau die 61,8%-Korrektur des Aufwärtsimpulses seit September 2013 bzw. das 38,2%-Pendant der gesamten Rally seit Sommer 2008 (148,92/146,23) eine massive Haltezone (siehe Chart 9). Selbst der korrespondierende Haussetrend der letzten neun Jahre wird zur Jahresmitte 2017 in diesem Dunstkreis verlaufen und die Bedeutung der beschriebenen Kumulationszone zusätzlich untermauern. Zur eleganten Überleitung zur 10-jährigen Rendite in Deutschland möchten wir auf die folgende Anekdote zurückgreifen.
 
 
  Euro-BUND-Future (Monthly)  
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„morning star“ markiert die Trendwende
Wenn wir einen neuen Chart anlegen, dann verwenden wir standardmäßig immer eine logarithmische Skalierung, bei der prozentual gleiche Veränderungen den gleichen Raum im Kursverlauf einnehmen. Mit dem Ausflug in negatives Terrain im Verlauf des Jahres 2016 lässt sich diese Vorgehensweise im Zinsbereich nicht mehr durchhalten. Schließlich ist es mathematisch nicht möglich, den Logarithmus von einer Zahl kleiner null zu berechnen. Möglicherweise steht diese Anekdote in der Rückbetrachtung einmal für die finale Übertreibung nach unten, die letztlich einen extrem langen Baissetrend beendet … Aus charttechnischer Sicht sendet vor allem der Quartalschart eine klare Trendwendebotschaft. Schließlich bilden die letzten drei Quartalskerzen einen sogenannten „morning star“ (siehe Chart 10). Das beschriebene Candlestickumkehrmuster verdeutlicht die Dynamik, mit der das 2015er-Tief bei 0,05 % zurückerobert wurde. Der nächste Katalysator wäre nun, wenn die Rendite den Kreuzwiderstand aus dem steilen Abwärtstrend seit Juni 2011 (akt. bei 0,43 %) und der Trendlinie (akt. bei 0,44 %) überspringt, die verschiedene Tiefs seit September 2005 verbindet.
 
 
  10-jährige Rendite Deutschland (Quarterly)  
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1%-Marke – der neuralgische Punkt
Im nächsten Analyseschritt möchten wir die Zeitebene herunterbrechen. Dank des Sprungs über den Abwärtstrend seit Juni 2015 und die Rückeroberung des Tiefs vom April 2015 bei 0,05 % bzw. der 38-Wochen-Linie (akt. bei 0,07 %) dürfte das absolute Zinstief (-0,20 %) inzwischen Geschichte sein. Darüber hinaus gewinnt aktuell eine Bodenbildung im Verlauf der 10-jährigen Rendite an Konturen. Der o. g. Kreuzwiderstand harmoniert interessanterweise bestens mit den verschiedenen Tiefpunkten des Jahres 2015 bei 0,42/0,44/0,47 %. Gelingt der Sprung über diese Hürden, markiert die nach wie vor dynamisch fallende 200-Tages-Linie (akt. bei 0,86 %) den Auftakt zu der aus unserer Sicht entscheidenden Widerstandszone. Diese speist sich zusätzlich aus den Hochs vom Juni vergangenen Jahres bei 0,97/1,06 % sowie dem seit 2008 bestehenden Baissetrend (akt. bei 1,02 %; siehe Chart 11). Jenseits dieser Hürden wäre dann auch die große untere Umkehr seit November 2014 komplettiert, aus deren Höhe sich ein kalkulatorisches Anschlusspotential bis in den Bereich der Hochpunkte vom Januar 2014 und September 2013 bei 1,97 % bzw. 2,05 % ableiten ließe. Abseits der bisher angestellten langfristigen Betrachtungen möchten wir den Jahresausblick in der Folge noch um die „taktische“ Komponente erweitern.
 
 
  10-jährige Rendite Deutschland (Weekly)  
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Zunächst gut unterstützt?
Eine wichtige Rolle in Sachen kurzfristige Perspektiven zu Jahresbeginn spielen die aktuellen CoT-Daten. Für den US-T-Note-Future bzw. den US-T-Bond-Future als längerfristiges Pendant erhebt die Commodity Futures Trading Comission (CFTC) auf wöchentlicher Basis die aktuelle Positionierung von Spekulanten und Commercials: Letztere, denen tendenziell die besseren Handelsentscheidungen nachgesagt werden, besitzen derzeit beim langfristigen Zins-Future die größte Netto-Longpositionierung seit Februar 2013. Beim US-T-Note-Future sind die Commercials aktuell sogar (netto) so stark „long“ positioniert wie seit April 2005 nicht mehr. Die letzten beiden Extrempunkte von 2014 und 2015 konnte das Rentenbarometer in die letzte Rally bis gut 134 ummünzen. Das davor ausgeprägte Extremum von 2010 bildete den Nährboden für den Anstieg bis zum Allzeithoch von 2012 bei 135 29/32. Vor diesem Hintergrund dürften die Zinsmärkte zu Jahresbeginn 2017 zunächst gut unterstützt sein, zumal mit der 200-Wochen-Linie (akt. bei 148 23/32) beim US-T-Bond-Future aktuell eine gute Unterstützung zur Verfügung steht. Diese im taktischen Bereich anzusiedelnde Aussage führt uns unmittelbar zum Jahresfahrplan 2017.
 
 
  10-jährige Rendite USA (Monthly)  
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Fazit und Ablaufplan 2017
Das abgelaufene Jahr brachte renditemäßig mit dem Ausflug in negatives Terrain (Deutschland) bzw. einem temporären Abgleiten unter das historische Tief von 2012 (USA) unseres Erachtens finale Übertreibungen nach unten. Vor allem jenseits des Atlantiks treten die Signale einer Zinswende immer deutlicher zu Tage. Schließlich wurden in verschiedenen Laufzeitbändern in den USA mittlerweile untere Umkehrformationen vervollständigt. In dieser Gemengelage dürften die 10-jährigen 2017 im Anschluss an ein kurzes Durchatmen zu Jahresbeginn zumindest die Widerstandszone aus den horizontalen Barrieren bei 3,04/3,07 % sowie dem seit Anfang der 1980er Jahre dominierenden Baissetrend (akt. bei 3,23 %) ansteuern (siehe Chart 12). Da sich der ohnehin schon historisch weite Spread USA/Deutschland kaum noch weiter ausdehnen lässt, sollte ein Zinsanstieg im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch hierzulande steigende Renditen nach sich ziehen. Deshalb dürfte die 10-jährige in Deutschland im neuen Jahr zumindest Kurs auf die Schlüsselzone bei rund 1 % nehmen (siehe Chart 13). Zum Abschluss möchten wir Anleger an die älteste Börsenweisheit überhaupt erinnern: „the trend is your friend … until the end when it bends“. Während normalerweise der erste Teil der Aussage betont werden sollte, müssen Investoren 2017 vor allem den zweiten Teil im Hinterkopf behalten!
 
 
  10-jährige Rendite Deutschland (Weekly)  
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