Fragwürdiger Dieseldeal

Markt misstraut Frankreich


Nach der Spread-Rallye im September und der Konsolidierung in der Vorwoche, hat sich in puncto Risikoaufschläge für Anleihen der Republik Frankreich (OATs) zu Wochenbeginn wenig getan. Rund 140 Bp. über Bundesanleihen liegen die Renditen für die OATs mit zehn Jahren Restlaufzeit. Die absolute Höhe der Rendite 10-jähriger OATs lag gestern bei 4,86 %. Zu der Vorsicht des Marktes dürften überdies Umfrageergebnisse zu den französischen Präsidentschaftswahlen beigetragen haben. Der große Vorsprung, mit dem Marine Le Pen vom Rassemblement National in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen den Umfragen zufolge ins Ziel kommen wird, dürfte an den Märkten eingepreist sein. Träfe sie dort auf den linksradikalen Jean-Luc Mélenchon, wie es dieselben Umfragen vermuten lassen, könnte Le Pen den Champagner sogar schon kaltstellen. Denn in diesem Fall würde sie gegen Mélenchon haushoch gewinnen. Beide radikalen Kandidaten treten mit fiskalpolitischen Vorstellungen an, die für das hochverschuldete Frankreich womöglich ruinös, mindestens aber exorbitant kostspielig wären.

Energiepreise im Höhenflug


Die Notierungen für Öl- und Gas zogen weiter an. Inzwischen werden für den 1-Monats-Future der Nordseesorte Brent 105 US-Dollar je Fass verlangt. Die Spot-Notierungen liegen mit 150 US-Dollar je Fass auf einem Allzeithoch. Für die Gaspreise ging es um über 2 % gegenüber dem Vortag aufwärts. Der Grund hierfür dürfte in den anhaltenden Angriffen jemenitischer Rebellen auf Flughäfen und Energieanlagen im Nachbarland Saudi-Arabien zu finden sein. Offenbar wird Saudi-Arabien auch mit der Unterstützung durch die Verbündeten Türkei und Pakistan des Problems nicht Herr. Die Märkte quittieren dies mit höheren Preisen für Gas, Rohöl und Öl-Derivate.

Ausgezeichnete Ökonomen

Bekanntlich ist es kein Nobel-Preis, aber immerhin der Preis der schwedischen Notenbank zum Gedenken an Alfred Nobel, der alljährlich im Kielwasser der (testamentarisch verfügten) Nobelpreise vergeben wird. Dieses Jahr heimsten ihn die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford ein. Sie wurden für ihre Forschungen zur Mikrofundierung der makroökonomischen Stabilisierungspolitik ausgezeichnet. Anwendung fanden ihre Ergebnisse unter anderem bei Formulierung der Forward Guidance der Geldpolitik. Da sage noch einer, Volkswirtschaftslehre sei ohne praktische Relevanz. Der Datenkalender ist heute dürftig besät. Die Inflationsrate in Deutschland für September ist eigentlich schon seit zwei Wochen als vorläufige Zahl bekannt. Heute werden die finalen Ergebnisse verkündet, die selten davon abweichen. Die 3,3 % dürften daher so gut wie gesetzt sein In den USA stehen am Nachmittag Daten zum Immobilienmarkt an. Die Existing Home Sales - die Käufe bestehender Wohnimmobilien - dürfte im September nahezu unverändert bei aufs Jahr hochgerechneten knapp 4 Mio. Einheiten gelegen haben. Allerdings könnte über kurz oder lang der jüngste Anstieg der Zinsen in den USA für eine Abkühlung am Immobilienmarkt sorgen.


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