Harmonie und Drohungen beim Trump-Xi-Gipfel

Trump-Xi-Gipfel im Fokus


Heute ist der letzte Tag des Gipfels von US-Präsident Trump mit Chinas Staatschef Xi. Mit viel Pomp bemühten sich beide um Harmonie, ganz im Kontrast zu den Handelsstreitigkeiten, die voriges Jahr die Schlagzeilen bestimmten. Handelspolitisch gab es erste Infos zu "Beef & Boeing": Peking gewährt US-Landwirten höhere Importquoten von Rindfleisch; die Genehmigungen dafür liefen im März aus und wurden danach nicht verlängert. Laut Trump will China 200 Boeing-Flugzeuge kaufen. Trump sprach von einem "fantastischen Handelsabkommen" - hierzu dürfte vermutlich auch gehören, dass die USA Nvidia den Export der leistungsstärkeren H200-Chips erlauben wird. Bisher sind jedoch viele Handelsthemen noch unkonkret, und es fehlen auch Verlautbarungen zu Seltenen Erden. Xi nutzte den Gipfel und sprach gezielt das Thema Taiwan an: Er warnte offen vor "Spannungen oder gar Konflikten". Sollte die Taiwanfrage seitens der USA "schlecht gehandhabt" werden, sei es "für die gesamte Beziehung eine hochgradig gefährliche Situation". Die Antwort der USA: Schweigen. Trump dürfte sich Hilfe im Irankrieg erhofft haben: Man sei sich der USA zufolge einig, dass eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährleistet werden muss, und Xi habe angeboten, zu einer Lösung beizutragen.

Öllager schrumpfen


Wie geht es am Rohölmarkt nun weiter, der eine der größten Verwerfungen seiner Geschichte durchläuft? Satte 14,4 Millionen Barrel pro Tag (mbdp) fehlten im April von den Golfstaaten rund um Saudi-Arabien, weil die inzwischen weltberühmte Meerenge in Hormus weiterhin quasi unpassierbar ist. Dies berechnete die Internationale Energieagentur in ihrem monatlichen Ölmarktreport, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Vor dem Hintergrund dieser Angebotsausfälle (ca. 14 % des Weltverbrauchs) erscheinen die Preisausschläge noch mode-rat - weil Angebot und Nachfrage auf die Situation reagiert haben, und gleichzeitig die Lagerbestände rund um den Globus einen Puffer bieten. Auf der Angebotsseite stehen eine um 1,6 mbpd höhere Ölproduktion außerhalb der Golfstaaten (u.a. USA) zu Buche, und die Nachfrage nach Rohöl seitens der Raffinierien war im April rund 5 mbpd geringer als vor Ausbruch des Krieges. Die verbleibende Lücke in Höhe von 7,8 mbpd wurde durch den Abbau von Lagerbeständen geschlossen. Die "echte" Nachfragereaktion auf Seiten der Endnachfrager (Airlines, Autofahrer etc.) beträgt jedoch nur knapp die Hälfte (2,5 mbpd) der verminderten Raffineriekäufe, so dass incl. der Ölprodukte (u.a. Benzin, Diesel, Kerosin) im April ein Lagerabbau von gut 10 mbpd Barrel pro Tag erfolgte. Diese globalen Lagerbestände sind naturgemäß endlich, und schon im Juni könnte es bei manchen Produkten knapp werden. Es wird also höchste Zeit, dass sich das Nadelöhr wieder öffnet.

Renditen steigen, Aktien auch

An den Preisstatistiken sind die Auswirkungen bereits klar ablesbar: So wurde bereits am Dienstag bekannt, dass die US-Verbraucherpreise um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen waren. Am Mittwoch folgten die Produzentenpreise, die im Vergleich zum Vormonat um 1,4 % zulegten. Dies schürte Zinserhöhungsspekulationen, und hievte die Rendite 10jähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig über die Marke von 4,5 %, den höchsten Stand seit elf Monaten. An den Aktienmärkten ist indes weiterhin Feierstimmung angesagt: Sowohl Nasdaq als auch S&P 500 erreichten dank KI-Hausse neue Allzeithochs.


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