Keine Fortschritte am Golf

Pakistan vermittelt vergeblich


Der Ölpreis hat gestern wieder zugelegt. Der Future für die Lieferung im Folgemonat stieg um rund ein Prozent und verharrt damit weiter deutlich über der Marke von 100 US-Dollar je Fass. Offenbar fehlt am Markt derzeit die Phantasie, dass die Ölförderung am Golf und vor allem der Transport von Rohöl und Rohölderivaten wie Kerosin durch die Meerenge von Hormus in Bälde wieder gefahrlos möglich sein sollte. Zu dieser gedämpften Erwartung hat der schleppende Verlauf der Gespräche zwischen den USA und dem Iran beigetragen. Die von Pakistan moderierten Kontakte blieben bislang ohne nennenswertes Ergebnis und ruhen derzeit. Zuletzt hat der Iran den USA Piraterie vorgeworfen und möchte nach dem Ende der Blockade der Straße von Hormus durch die USA seinerseits über ein mögliches Ende seines Atomprogramms reden. Auf der anderen Seite bezweifelt US-Präsident Donald Trump die Aufrichtigkeit der Vorschläge der iranischen Führung.

Ernüchternder Bericht der Konsumforscher

Unterdessen fressen sich die hohen Energiepreise tiefer in die Realwirtschaft hinein. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhobene Index für die Konsumentenstimmung in Deutschland sank für den Monat Mai von -28,1 auf -33,3. Die gleichzeitig erhobene Anschaffungsneigung für April wurde von der GfK mit -14,4 angegeben nach zuvor -10,9. Und um das Maß voll zu machen, sanken die Einkommenserwartung und die Konjunkturerwartungen der privaten Verbraucher um jeweils über sechs Indexpunkte auf -24,4 bzw. -13,7 Punkte. Im Plus ist lediglich die Sparneigung (16,1 nach 18,5 Punkten). Das Konsumklima sei im Sinkflug, fasste die GfK zusammen.

Steigen die Inflationserwartungen im Euroraum?

Die Zahlen des heutigen Tages sind bunt gemischt. Aus Italien kommen Daten zur Entwicklung der Erzeugerpreise, aus Frankreich Arbeitsmarktdaten. In den USA werden am Nachmittag Ergebnisse zur Konsumentenstimmung (Conference Board) sowie zur Preisentwicklung für Wohnimmobilien vorgelegt. Daneben veröffentlicht die EZB ihre Berichte zur Kreditvergabe der Geschäftsbanken im Euroraum ("Bank Lending Survey") und - vielleicht heute die wichtigste Meldung - zu den Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum. Beide Berichte fließen ein in die Entscheidung zu den Leitzinsen, die am Donnerstag vom EZB-Gouverneursrat gefällt wird. Schon heute früh tagte in Japan die BoJ. Sie ließ ihren Leitzins unverändert bei 0,75 %, hob aber ihren Inflationsausblick deutlich an. Da in dieser Woche zudem die US-Notenbank am Zug ist (nämlich am Mittwochabend unserer Zeit), dürften die Märkte vor den gewichtigen Entscheidungen der großen Notenbanken erst einmal den Ball flach halten - sofern nicht die laufende Berichtssaison oder der eingangs erwähnte Krieg am Persischen Golf einen Impuls für eine neue Marktbewegung gibt.


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