LBBW Morgeninfo: Zinserhöhung? Nein, Zinssenkung!
Freundlicher Wochenausklang
Die Finanzmärkte verabschiedeten sich am Freitag mit einer relativ ruhigen Entwicklung ins Wochenende. Die großen Aktienindizes tendierten leicht aufwärts. Der Euro musste wieder etwas von seinen in den Vortagen erzielten Gewinnen zum US-Dollar abgeben. Der Schweizer Franken tendiert heimlich, still und leise weiter zur Stärke und erreichte zum Euro ein neues Jahreshoch.
Wasserstandsmeldungen
Die Pegelstände der großen Flüsse in Deutschland sinken immer weiter und beeinträchtigen die Binnenschifffahrt. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) meldet für die vielbeachtete Messstelle bei Kaub am Rhein heute früh einen Pegelstand von nur noch 31 cm. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) hatte kürzlich erklärt, bei Ständen von 30 cm bis 35 cm könnten flachgehende Binnenschiffe die Mittelrheinstrecke noch passieren. Eine erfreuliche „Wasserstandsmeldung“ gab es hingegen am Wochenende von der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Füllstände der Gasspeicher. Die Marke von 75% wurde gut zwei Wochen früher erreicht als vorgeschrieben. Insbesondere die Zielvorgabe von 95% per 1. November bleibt unserer Einschätzung nach aber ambitioniert. Immerhin: Von Januar bis Juli lag der deutsche Gasverbrauch knapp 14% niedriger als im Vorjahr.
Gasumlage wird bekanntgegeben
Die deutschen Gasnetzbetreiber geben heute die Höhe der Gasumlage bekannt, mit der sie ab Oktober 90% der Mehrkosten bei der Gasbeschaffung aufgrund von russischen Lieferausfällen an Firmenkunden und Privathaushalte weitergeben. Mit der Gasumlage sollen Insolvenzen bei den Gasimporteuren verhindert werden. Die Höhe der Umlage kann alle drei Monate angepasst werden.
China überrascht mit Zinssenkung
Die chinesische Zentralbank überraschte heute früh mit einer Senkung ihres Zinssatzes für einjährige Darlehen von 2,85% auf 2,75%. Die Währungshüter machen sich offenbar Sorgen um die Wirtschaft angesichts von Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sowie Problemen am Immobilienmarkt. Unterstrichen wurde die Notwendigkeit einer Stimulierung der Wirtschaft durch
eine Reihe schwacher Konjunkturdaten. So enttäuschten heute Morgen sowohl die Daten zur Industrieproduktion als auch jene zu den Einzelhandelsumsätzen und zum Immobilienmarkt.
US-Häusermarkt am Wendepunkt?
Heute Nachmittag erwarten wir Daten zum US-Immobilienmarkt. Die sprunghaft gestiegenen Hypothekensätze, eine trabende Inflation und erhöhte Wohnimmobilienpreise treiben immer mehr potentielle US-Hauskäufer aus dem Markt. Es kommt erschwerend hinzu, dass die US Banken zuletzt bei der Herausreichung von Wohnimmobilienkrediten etwas zögerlicher geworden sind. Vor diesem
Hintergrund sollte die Stimmung der US-Wohnbauunternehmen im August weiter abgenommen haben. Nach unserer Prognose wird der entsprechende Hausmarktindex des Verbandes der Wohnungsbauunternehmen (NAHB) von 55 Punkten im Juli auf 54 Punkte im August fallen. Bislang lässt sich in den USA die bemerkenswerte Situation beobachten, dass die Hauspreise nach wie vor kräftig steigen, während die Transaktionen deutlich zurückgehen. Von Dauer wird dieses Muster vermutlich nicht sein. Wir rechnen mit einer künftig schwächeren Preisentwicklung.
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