Machtkampf in Teheran
Märkte zwischen Hoffnung auf Verhandlungen und Eskalationsrisiken
Die Eskalation im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran verläuft nicht nur entlang militärischer und diplomatischer Fronten, sondern zunehmend auch entlang inneriranischer Bruchlinien. Während der amerikanische Präsident eine neue Verhandlungsrunde ankündigt und zugleich mit massiven Angriffen droht, ringen in Teheran Revolutionsgarde, Sicherheitsrat und Regierung um Deutungshoheit - mit direkten Folgen für Straße von Hormus, Ölpreis und Marktstimmung.
Drohungen überschatten neue Verhandlungsrunde
Der amerikanische Präsident hat eine weitere Verhandlungsrunde mit Iran angekündigt - und diese zugleich mit drastischen Drohungen verknüpft. "Meine Vertreter gehen nach Islamabad, Pakistan", schrieb Donald Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social. "Sie werden morgen Abend dort sein, für Verhandlungen." Amerika biete Iran einen "sehr fairen und vernünftigen Deal" an. Lehne Teheran das Angebot ab, werde man "jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke in Iran" zerstören. Von iranischer Seite hieß es zunächst, man wolle keine Delegation nach Pakistan entsenden. Irans Chefunterhändler Bagher Ghalibaf hatte bereits am Samstag Erwartungen an eine rasche Einigung gedämpft: Man sei "von einer endgültigen Einigung noch immer weit entfernt", in "ein oder zwei zentralen Punkten" gebe es keine Kompromissbereitschaft. Die USA müssten ihre "Haltung aufgeben, uns etwas aufzwingen" zu wollen. Teheran erwarte, dass auf jeden iranischen Schritt ein amerikanischer folge: "Es sollte nicht so sein, dass wir unsere Verpflichtungen erfüllen und sie nicht", sagte Ghalibaf. Die scharfen amerikanischen Drohungen und die zurückhaltenden iranischen Reaktionen unterstreichen, wie fragil die Waffenruhe kurz vor ihrem Auslaufen ist - und wie sehr die jüngste Rally an den Aktienmärkten auf Hoffnung statt auf belastbaren Vereinbarungen basiert.Ölpreis steigt, Märkte wieder vorsichtiger
Die Finanzmärkte reagierten heute Morgen mit Vorsicht. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg nach den jüngsten Zwischenfällen und Drohungen um 5,4 % auf 95 USD je Barrel. Die Terminkontrakte auf den amerikanischen Leitindex S&P 500 gaben um 0,6 % nach, nachdem der Index am Freitag noch ein Rekordhoch erreicht hatte, gestützt von der kurzfristigen Hoffnung auf eine stabile Waffenruhe und eine "komplett offene" Straße von Hormus. Am US-Rentenmarkt stiegen im Zuge der höheren Energiepreise die Renditen, die zehnjährige Staatsanleihe rentierte bei 4,27 %. Der Dollar, der sich im Konfliktverlauf als bevorzugter sicherer Hafen erwiesen hat, legte nach vorherigen Verlusten wieder leicht zu. In Asien zeigten sich die Börsen dagegen vergleichsweise robust: Der MSCI-Index für die Region stieg, getrieben von Technologiewerten wie Taiwan Semiconductor und SK Hynix; Indizes in Taiwan, Singapur, China und Südkorea machten kriegsbedingte Verluste weitgehend wett.Ausblick auf die Woche
Der Fokus der Märkte richtet sich in dieser Woche auf den zweiten Verhandlungsanlauf sowie auf eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands über den 21. April hinaus. Auf der Makroseite stehen an Dienstag in den USA die Einzelhandelsumsätze für März im Fokus. Wie stark haben die stark steigenden Benzinausgaben die allgemeine Kauflaune gedämpft? Im Euroraum stehen mit den Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag und dem ifo Geschäftsklima am Freitag die wichtigsten Konjunkturfrühindikatoren für April auf der Agenda. Weitere Stimmungsdämpfer sind wahrscheinlich.
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