MÄRKTE AM MORGEN | Anleihemarkt sendet Alarmsignal

Rund elf Prozent legte Gold seit Ende Mai bereits zu. So kräftige Gewinne in kurzer Zeit sind selten, der Abstand von mehr als sechs Prozent zur 21-Tage-Linie liegt auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2016.

Rund elf Prozent legte Gold seit Ende Mai bereits zu. So kräftige Gewinne in kurzer Zeit sind selten, der Abstand von mehr als sechs Prozent zur 21-Tage-Linie liegt auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2016. Aber nicht nur Gold als sicherer Hafen ist heiß begehrt, auch Anleihen verzeichnen kräftige Kapitalzuflüsse. Im ganzen Euro-Raum fallen die Renditen bei den richtungsweisenden zehnjährigen Papieren in den Keller. Inzwischen beträgt das weltweite Volumen von Anleihen mit einem Zinssatz unter Null gut zwölf Billionen Dollar – so viel wie nie zuvor.

Zahlreiche Belastungsfaktoren

Nach den jüngsten Verlusten wird der deutsche Aktienmarkt auch zur Wochenmitte tiefer erwartet. Broker taxieren den DAX rund 0,3 Prozent leichter bei 12.200 Punkten. Im Fokus steht weiter der am Freitag beginnende G20-Gipfel in Japan, auf dem es auch zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Gegenpart Xi Jinping kommen soll. Ein Durchbruch beim Zollstreit wird nicht erwartet, der Markt hofft auf weitere Gespräche im Juli. Zudem belastet der Streit mit dem Iran. Trump drohte dem Land mit Auslöschung einzelner Ziele, sollten Amerikaner oder US-Einrichtungen angegriffen werden. An den Ölmärkten springt Brent spürbar an auf 65,4 Dollar.

Auf die Stimmung drücken zudem neue Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell. Zwar zeigte er sich offen für Zinssenkungen, allerdings müsste es mehr Gründe als zuvor für eine etwas wachstumsfreundlichere Geldpolitik geben. Der Euro kam zuletzt etwas zurück und steht bei 1,136 Dollar.

An den US-Börsen dominierte daher erneut Zurückhaltung: Der Dow Jones schloss 0,7 Prozent im Minus im Bereich des Tagestiefs. Unter Druck standen vor allem Technologieaktien, der Nasdaq 100 verlor 1,7 Prozent. In Asien setzte sich die negative Tendenz fort, der Nikkei büßt um 0,4 Prozent ein.

Deutsche Bank mit Problemen

Unter den Einzelwerten rückt die Deutsche Bank erneut in den Mittelpunkt. Berichten zufolge hat die US-Investmentsparte der Bank zwei große Firmenkredite nur mit Abschlägen von 90 und 95 Prozent bei Investoren platzieren können.

Schlechte Nachrichten gibt es auch bei Volkswagen. Wegen Problemen in der Automatik muss die VW-Tochter Porsche weltweit fast 340.000 Fahrzeuge der Modelle Cayenne und Panamera zurückrufen. Anleger werden sich zudem mit Tesla beschäftigen. Angeblich wird der US-Elektroautobauer die von Firmenchef Elon Musk prognostizierten Rekordauslieferungen im zweiten Quartal verfehlen.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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BNP Paribas
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Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
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18.07.2022 10:30
Mit dem Verlassen des Abwärtstrends ist eine stärkere Zwischenerholung bei Brent möglich. Spielraum bietet sich bis in den Bereich der 105,55 USD.