MÄRKTE AM MORGEN | Apple-Ausverkauf: Trendwende oder gesunde Korrektur?
Beruhigende Nachrichten kommen zunächst aus Frankreich: Der frisch gewählte Staatspräsident Emmanuel Macron erzielte mit seiner Partei wohl die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Damit hat er freie Hand für radikale Reformen, die französische Wirtschaft dürfte zuversichtlicher in die Zukunft blicken.
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Apple-Ausverkauf: Trendwende oder gesunde Korrektur?
Beruhigende Nachrichten kommen zunächst aus Frankreich: Der frisch gewählte Staatspräsident Emmanuel Macron erzielte mit seiner Partei wohl die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Damit hat er freie Hand für radikale Reformen, die französische Wirtschaft dürfte zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Der Euro stabilisiert sich nach den leichten Verlusten in den vergangenen Tagen und könnte in dieser Woche wieder das Jahreshoch bei knapp 1,13 Dollar in Angriff nehmen. Ob der Ausbruch gelingen wird, hängt auch von der Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch ab. Eine Erhöhung gilt inzwischen als ausgemachte Sache, wichtig werden daher Aussagen zur weiteren Geldpolitik.
Fed und großer Verfall
Am Aktienmarkt dürften sich Investoren eher zurückhalten, der DAX startet mit leichten Verlusten knapp unter der Marke von 12.800 Punkten. Oft konsolidieren die Kurse vor Fed-Entscheidungen, erst anschließend folgt der Impuls. In dieser Woche könnte der Schwung durchaus kräftiger ausfallen, wegen des nicht bundesweiten Feiertags Fronleichnam am Donnerstag sind unterdurchschnittliche Handelsumsätze zu erwarten. Überraschende Nachrichten könnten so noch stärker durchschlagen, zumal mit dem großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag ein weiterer Einflussfaktor den DAX bewegt.
Apple-Rally auf dem Prüfstand
Zum Wochenauftakt stehen vor allem Technologie-Aktien unter verschärfter Beobachtung. Im späten Handel am Freitag kam es auf breiter Front zu herben Verlusten bei den US-Werten. Indexschwergewicht Apple kam kräftig unter Druck und löste einen Ausverkauf in der Branche aus. Berichten zufolge kann das neue iPhone bei der Datengeschwindigkeit nicht mit der Konkurrenz mithalten, die Aktie sackte mit 3,9 Prozent so kräftig ab wie seit April 2016 nicht mehr.
Allerdings waren die Tech-Papiere in den vergangenen Wochen auch wesentlich besser gelaufen als die Standardwerte. Seit Jahresbeginn kletterte der Nasdaq 100-Index um rund 18 Prozent, hingegen rückte der S&P 500 um gut acht Prozent vor. Mit 24 Prozent Gewinn seit Anfang Januar führt die Apple-Aktie auch trotz des Rücksetzers weiterhin deutlich die Gewinnerliste der Papiere im Dow Jones an.
Nach der Korrektur am Freitag wird sich nun sehr schnell zeigen, wie nachhaltig der jüngste Aufwärtsimpuls war. Bisher wurden Rücksetzer immer als Chance zum Einstieg wahrgenommen. Sollten die Kursverluste anhalten, wäre dies auch für den Gesamtmarkt ein ernstes Warnsignal.
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.