MÄRKTE AM MORGEN | Ausblick Aktienmärkte: Zeigt der Dollar die Richtung an?
Vorerst bleiben die Börsen im Bann der Politik. Zwar nehmen langsam die Sorgen vor einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump wieder ab. Dennoch wachsen unter Anlegern verstärkt Zweifel, ob sich die US-Regierung überhaupt noch mit den versprochenen umfangreichen Steuersenkungs- und Infrastrukturplänen beschäftigt.
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Zeigt der Dollar die Richtung an?
Vorerst bleiben die Börsen im Bann der Politik. Zwar nehmen langsam die Sorgen vor einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump wieder ab. Dennoch wachsen unter Anlegern verstärkt Zweifel, ob sich die US-Regierung überhaupt noch mit den versprochenen umfangreichen Steuersenkungs- und Infrastrukturplänen beschäftigt. Trumps Vorhaben, die US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, waren der Hauptgrund für die seit Anfang November erfreuliche Entwicklung an den Aktienmärkten.
Trump-Trade auf dem Prüfstand
An den Devisenmärkten ist der Trump-Effekt inzwischen bereits vollständig verpufft. Der Dollar-Index, der den Wechselkurs des Greenback zu den sechs wichtigsten Währungen vergleicht, liegt auf dem Niveau vor der Wahl. Hingegen scheinen die Investoren am Aktienmarkt noch an Trump zu glauben. Der S&P 500 notiert rund zwölf Prozent über dem Stand von Anfang November, beim DAX Kursindex sind es sogar 20 Prozent. Richtig ist allerdings auch, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Aufwärtsbewegung durch die auf beiden Seiten des Atlantiks sehr gute Berichtssaison begründet werden kann. Dennoch könnten natürlich gerade an der Wall Street neue politische Eskapaden als Auslöser für Gewinnmitnahmen herangezogen werden. Auch der DAX käme dann wohl stärker unter Druck. Anzeichen für eine größere Korrektur liegen vorerst aber nicht vor. Vor allem das Sentiment spricht dagegen: Viele Fondsmanager halten derzeit noch hohe Cash-Bestände und warten auf einen Rücksetzer, um günstiger einsteigen zu können. Zudem warnen zahlreiche Strategen vor den hohen Bewertungen, vor allem in den USA.
Fusion sorgt für Schwung
Mit dieser Ausgangslage sind große Sprünge zunächst nicht in Sicht. Gold und Euro starten nahezu unverändert, nur der Ölpreis verzeichnet deutlichere Aufschläge. Am Markt verdichten sich die Anzeichen, dass die Opec und Russland eine Verlängerung der Förderbeschränkungen beschließen werden. Der DAX startet mit leichten Gewinnen knapp unterhalb der Marke von 12.700 Punkten in die neue Woche. Chemie-Aktien wie BASF stehen wegen der Milliardenfusion zwischen dem Schweizer Chemiekonzern Clariant und dem texanischen Konkurrenten Huntsman im Mittelpunkt.
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.