MÄRKTE AM MORGEN | Bayer und Brexit-Chaos wiegen schwer

Nach teilweise desaströsen Konjunkturdaten aus Europa in den vergangenen Tagen geht EZB-Chef Mario Draghi in die Offensive. Ein längerer Aufschub der Zinswende sei durchaus möglich, falls die Wirtschaft weiter zur Schwäche neigen sollte, sagte Draghi auf einer Notenbank-Konferenz.

Nach teilweise desaströsen Konjunkturdaten aus Europa in den vergangenen Tagen geht EZB-Chef Mario Draghi in die Offensive. Ein längerer Aufschub der Zinswende sei durchaus möglich, falls die Wirtschaft weiter zur Schwäche neigen sollte, sagte Draghi auf einer Notenbank-Konferenz. Vorsorglich ließ er zugleich durchblicken, dass für diesen Fall kein Mangel an Instrumenten besteht, um im Ernstfall reagieren zu können. Auch die Fed hat sich zuletzt deutlich vorsichtiger geäußert, selbst Zinssenkungen sind nicht mehr ausgeschlossen. Heute werden neue Konjunkturdaten erwartet, vor allem die Zahlen für das Wirtschaftsvertrauen im Euroraum (11 Uhr) dürfte Beachtung finden. Enttäuschen die Daten, bleibt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen wahrscheinlich im Minusbereich.

Verhalten optimistisch schaut der Markt auf die Handelsgespräche zwischen China und den USA. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern wurden in allen Bereichen Fortschritte erzielt. In Asien zeigten sich Investoren aber wenig beeindruckt: Der Nikkei sackte um 1,6 Prozent ab, in China fielen die Kurse um ein Prozent.

Schlechte Meldungen überwiegen

Weiterhin unklar bleibt auch das Thema Brexit. Am Mittwoch gab es im britischen Unterhaus für keine der acht vorgelegten Alternativen eine Mehrheit. Premierministerin Theresa May hat ihren Rücktritt angeboten, sollte ihr bereits zwei Mal abgelehnter Deal doch noch angenommen werden. Das Pfund reagierte nach den Abstimmungen leicht positiv und steht bei 1,32 Dollar.

Die europäischen Aktienmärkte werden nahezu unverändert erwartet, der DAX steht bei 11.430 Zählern. Im Fokus stehen die Aktien von Bayer: Eine Jury des Bundesbezirksgerichts in San Francisco hat entschieden, dass Monsanto für den Lymphdrüsenkrebs des Klägers Ed Hardemann verantwortlich ist und eine Schadenszahlung von 80,3 Mio. Dollar leisten muss. Bayer will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Bei der Deutschen Bank stehen nach einem schwachen Auftaktquartal offenbar weitere Einsparungen an. Berichten zufolge wird geprüft, ob die bisherigen Sparpläne ausreichen und Anpassungen am Geschäftsmodell nötig seien.

Zurückhaltung in den USA

Sorgen vor einem konjunkturellen Abschwung bremsten zur Wochenmitte die US-Börsen. Eine klare Tendenz war aber nicht zu erkennen, die Indizes schlossen deutlich über den Tagestiefs. Der Dow Jones gab um 0,1 Prozent nach, der technologielastige Nasdaq 100 büßte um 0,6 Prozent ein.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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