MÄRKTE AM MORGEN | Buy the rumor, sell the fact

An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt und nicht die Gegenwart. Diese Börsenregel greift auch jetzt wieder: Zwar gibt es immer wieder Signale für einen baldigen Durchbruch im Handelsstreit, konkrete Ergebnisse liegen aber nicht vor.

Das Ende des Bärenmarktes könnte nun auch beim DAX eingeläutet sein, mit der deutlichen Rückeroberung der 200-Tage-Linie haben die Käufer in den vergangenen Tagen neue Fakten geschaffen. Eine Lösung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit wird eingepreist. Bereits heute könnte US-Präsident Donald Trump die Pläne für ein Gipfeltreffen mit Chinas Präsident Xi Jinping präsentieren.

Auch ein sanfter EU-Austritt Großbritanniens wird zunehmend wahrscheinlich. Am Mittwoch stimmte das Unterhaus dafür, dass Premierministerin Theresa May bei der EU einen weiteren Brexit-Aufschub über den 12. April hinaus beantragen soll. Fraglich bleibt, ob sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf die Verlängerung einlassen. Für den kommenden Mittwoch ist erneut ein Sondergipfel angesetzt.

Sollten die beiden Risikofaktoren der vergangenen Monate bald beigelegt sein, wäre dies für die Börsen zunächst positiv. Vor dem Hintergrund der starken Rally seit Jahresbeginn könnten aber auch verstärkt Gewinnmitnahmen einsetzen. Dies dürfte besonders dann der Fall sein, wenn die Konjunkturdaten wieder schwächer ausfallen und Rezessionssorgen aufkommen.

DAX startet unverändert

Nach dem gestrigen Freudensprung bis fast an die 12.000er-Marke steht der DAX vorbörslich etwas tiefer bei 11.930 Punkten. Bei den Einzelwerten richtet sich das Interesse auf Bankaktien. Berichten zufolge bereitet die Unicredit eine Übernahmeofferte für die Commerzbank vor. Sollten die Gespräche zwischen der Deutschen Bank und Commerzbank scheitern, steht die italienische Großbank offenbar bereit.

Keine klare Richtung liefern die Börsen in Asien. Der Nikkei beendete den Tag unverändert, in China legten die Indizes um rund 0,7 Prozent zu. An den Währungsmärkten steht der Dollar aufgrund höherer Risikobereitschaft unter Druck, der Euro wird zu 1,124 Dollar gehandelt. Die Feinunze Gold stieg zuletzt um 0,2 Prozent auf 1293 Dollar.

Tesla meldet Rückschlag

Von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelskonflikts profitierten zur Wochenmitte auch die US-Börsen und erreichten frische Jahreshochs. Der Dow Jones rückte um 0,2 Prozent vor, für den technologielastigen Nasdaq 100-Index ging es um 0,6 Prozent aufwärts. Schlechte Nachrichten gab es von Tesla: Wegen Schwierigkeiten, das Model 3 erstmals an Kunden in Europa und China auszuhändigen, sackte der Absatz aller Modelle im Vergleich zum vierten Quartal um 31 Prozent ab. Preisanpassungen und der geringere Absatz könnten sich negativ auf das Nettoergebnis auswirken.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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