MÄRKTE AM MORGEN | Das Drama geht in die nächste Runde

Handelsstreit, Brexit und Konjunktursorgen stellen zwar Risikofaktoren dar, inzwischen ist an den Märkten aber ein Gewöhnungseffekt zu beobachten. Dies zeigt sich auch deutlich beim Blick in den Rückspiegel: Der DAX rückte in den ersten drei Monaten des Jahres um gut neun Prozent vor.

Handelsstreit, Brexit und Konjunktursorgen stellen zwar Risikofaktoren dar, inzwischen ist an den Märkten aber ein Gewöhnungseffekt zu beobachten. Dies zeigt sich auch deutlich beim Blick in den Rückspiegel: Der DAX rückte in den ersten drei Monaten des Jahres um gut neun Prozent vor. Bisher werden die Gewinnwarnungen als temporär gesehen, der Markt rechnet nur mit einer Konjunkturdelle. Im April könnte die Erholung anhalten, vor allem wenn die Wirtschaftsdaten wieder besser ausfallen und sich ein Durchbruch beim Handelsstreit sowie Brexit abzeichnet. Für die vergangenen 20 Jahre zeigt die April-Statistik beim DAX eine Trefferquote von rund 67 Prozent, im Durchschnitt lag das Monatsplus bei beachtlichen 3,3 Prozent.

Kräftige Gewinne in Asien

Der Auftakt am Montag sieht bereits sehr freundlich aus, vorbörslich steht der DAX 0,8 Prozent im Plus bei 11.610 Punkten. Gute Nachrichten kommen vor allem aus China, die Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur zeigen offenbar bereits Wirkung. So ist der vom Staat ermittelte Einkaufsmanagerindex deutlich stärker gestiegen und liegt wieder im Wachstumsbereich. Auch der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex signalisiert, dass die Konjunkturabkühlung ihren Tiefpunkt durchschritten haben könnte. In Asien starten die Börsen durch: Der Nikkei legt um 1,4 Prozent zu, in China ziehen die Indizes um 2,3 Prozent an. Am Devisenmarkt legt der Euro leicht auf 1,124 Dollar zu, während der japanische Yen als sicherer Anlagehafen zu allen wichtigen Währungen unter Druck steht. Auch die Ölpreise reagieren positiv auf die Zahlen, Brent kostet 68 Dollar.

Brexit-Chaos hält an

Positiv wirken zudem die guten Vorgaben aus den USA nach. Im ersten Quartal zeigten die US-Börsen den stärksten Auftakt seit vielen Jahren. Auch am Freitag hielt die Kauflaune an, der Dow Jones legte um 0,8 Prozent zu und verfehlte nur knapp die 26.000er-Marke. Stützend wirken anhaltend gute Nachrichten von den Handelsgesprächen, die in der neuen Woche fortgesetzt werden sollen. China signalisierte unerwartet Zugeständnisse in der Frage des geistigen Eigentums. Keine Lösung zeichnet sich hingegen weiterhin beim Brexit ab. Nachdem am Freitag das von Premierministerin Theresa May ausgehandelte Abkommen erneut abgelehnt wurde, laufen heute Beratungen im britischen Parlament, wie es weitergehen soll.

Im Handelsverlauf schauen Anleger auf neue Konjunkturdaten aus Europa und den USA. Im Mittelpunkt stehen die wichtigen EU-Inflationszahlen (11 Uhr) sowie am Nachmittag der ISM-Index aus den USA. Bei den Einzelwerten rückt die Nordex-Aktie in den Vordergrund. Der Windkraftanlagenbauer hat einen Großauftrag aus Argentinien an Land gezogen.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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BNP Paribas
18.07.2022 15:30
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
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Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.
18.07.2022 10:30
Mit dem Verlassen des Abwärtstrends ist eine stärkere Zwischenerholung bei Brent möglich. Spielraum bietet sich bis in den Bereich der 105,55 USD.