MÄRKTE AM MORGEN | DAX-Anleger setzen auf Einigung im Handelsstreit
An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt und nicht die Gegenwart. Diese Börsenregel greift auch jetzt wieder: Zwar gibt es immer wieder Signale für einen baldigen Durchbruch im Handelsstreit, konkrete Ergebnisse liegen aber nicht vor. Insidern zufolge besteht zu 90 Prozent eine Einigung, China und die USA seien kurz davor, ein Abkommen zu schließen.
Und auch ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag in neun Tagen wird nach wie vor am Markt nicht erwartet. Premierministerin Theresa May will einen erneuten Aufschub des Brexit beantragen und mit Oppositionsführer Jeremy Corbyn über die künftige Anbindung an die EU verhandeln. Das Pfund zeigte sich zuletzt wieder stärker und erholt sich auf 1,314 Dollar.
Chinas Wirtschaft meldet sich zurück
Ermutigende Signale kommen zudem aus Peking. Die Geschäftstätigkeit in der chinesischen Dienstleistungsbranche ist im März deutlich angesprungen, der Indikator kletterte auf den höchsten Stand seit 14 Monaten. Damit verdichten sich die Anzeichen, das China die konjunkturelle Talsohle bereits durchschritten hat.
An den asiatischen Aktienmärkten agierten Anleger wieder deutlich risikofreudiger. Der Nikkei kletterte um 0,9 Prozent, ähnlich kräftig zogen die Kurse in Hongkong an. Chinas Börsen legten zur Wochenmitte um 0,4 Prozent zu. Von der zunehmenden Risikobereitschaft profitieren auch viele Rohstoffe: Öl erreicht im asiatischen Handel neue Jahreshochs.
Nicht ganz so überzeugend verlief hingegen der Handel an den US-Börsen. Nach den kräftigen Gewinnen zu Wochenbeginn dämpften durchwachsene Konjunkturdaten die Stimmung. Der Dow Jones pendelte im Minus und schloss 0,3 Prozent tiefer. Hingegen legte der Nasdaq 100-Index um 0,3 Prozent zu und erreichte kurz vor Börsenschluss das höchste Niveau seit rund sechs Monaten.
Deutsche Autos bleiben gefragt
Auch beim DAX geht der Blick weiter aufwärts, das bisherige Jahreshoch bei 11.823 dürfte zu Beginn fallen. Vorbörslich zeichnet sich ein Plus von 0,8 Prozent auf 11.850 ab. Für Gesprächsstoff sorgen neue Zahlen vom US-Automarkt. Während viele Konkurrenten deutliche Absatzdämpfer hinnehmen mussten, verkauften VW, Audi, Porsche und BMW mehr Neuwagen.
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