MÄRKTE AM MORGEN | DAX-Berichtssaison im Faktencheck
Zum heutigen Handelsauftakt startet der DAX mit leichten Gewinnen oberhalb der Marke von 12.600 Punkten. Etwas Rückenwind kommt von den US-Börsen, die am Donnerstag zu einer Erholung ansetzten. Im Gegenzug fällt Gold vom gestern erreichten Hoch bei rund 1265 Dollar wieder auf rund 1250 Dollar zurück.
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DAX-Berichtssaison im Faktencheck
Zum heutigen Handelsauftakt startet der DAX mit leichten Gewinnen oberhalb der Marke von 12.600 Punkten. Etwas Rückenwind kommt von den US-Börsen, die am Donnerstag zu einer Erholung ansetzten. Im Gegenzug fällt Gold vom gestern erreichten Hoch bei rund 1265 Dollar wieder auf rund 1250 Dollar zurück. Lediglich an den Devisenmärkten bleibt der Dollar unter Druck.
Starke Bilanzen
Mit der Beruhigung an den Märkten rücken fundamentale Faktoren wieder stärker in den Fokus. Im Blickpunkt stehen vor allem die Ergebnisse der jüngsten Berichtssaison. Im DAX übertrafen rund 80 Prozent der Unternehmen die Gewinnerwartungen, was deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 50 Prozent liegt. Noch besser lief es auf der Umsatzebene: 90 Prozent der Firmen überraschten positiv, zugleich der höchste jemals gemessene Wert. Kleiner Wermutstropfen: Durch die späte Lage der Osterfeiertage sind die Werte leicht nach oben verzerrt. Dennoch kann sich die Berichtssaison sehen lassen, zumal auch auf europäischer Ebene die Konzerne ähnlich gute Ergebnisse ablieferten.
Bewertungsvorteil als Kaufargument
Dank der starken Geschäftsentwicklung blicken auch die Analysten noch zuversichtlicher in die Zukunft, was sich in höheren Gewinnprognosen und damit attraktiveren Bewertungen niederschlägt. Für das kommende Jahr sind die erwarteten Gewinne beim DAX auf zuletzt rund 960 Indexpunkte gestiegen, was zu einem KGV von 13,1 führt. Damit liegt die Bewertung etwa 15 Prozent über dem langfristigen Durchschnitt. Günstig sind die deutschen Papiere daher im historischen Kontext nicht mehr.
Gegenüber anderen internationalen Märkten lockt der DAX hingegen mit einer attraktiven Ausgangslage. So wird für den Euro Stoxx 50 ein 2017er-KGV von knapp 16 verlangt, der S&P 500 steht bei 18,4. Dieser Bewertungsvorteil führte bereits in den vergangenen Wochen zu massiven Kapitalströmen aus US-Aktien in europäische Papiere. Mit dem Ende der Berichtssaison fällt nun aber ein wesentlicher Kurstreiber weg. Neue Impulse sind nötig, um die Märkte weiter nach oben zu führen.
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.