MÄRKTE AM MORGEN | DAX-Gewinnserie auf dem Prüfstand
Seit dem Tief von Ende 2018 legte der DAX bereits um zwölf Prozent zu. Längerfristig betrachtet sind Investoren am deutschen Aktienmarkt aber noch zurückhaltend, der Abschlag von rund 15 Prozent zur Rekordmarke von Anfang 2018 fällt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch aus. Auch die stark beachtete 200-Tage-Linie wurde bisher noch nicht zurück erobert und zeigt abwärts. Ein überzeugender Befreiungsschlag steht somit noch aus.
Ähnlich ist der Status quo bei den Dauerthemen Handelsstreit und Brexit: In der Hoffnung auf eine Lösung sind viele Anleger zuletzt eingestiegen. Zwar gibt es durchaus positive Signale, Fakten sind bisher aber Mangelware. Allmählich will der Markt hier Klarheit – andernfalls drohen schnell Ernüchterung und fallende Kurse.
Beiersdorf wird vorsichtiger
Vorbörslich zeichnet sich in Frankfurt eine schwächere Eröffnung ab, der DAX steht 0,3 Prozent tiefer bei 11.510 Punkten. Deutliche Verluste drohen bei den Aktien von Beiersdorf. Der Konsumgüterkonzern rechnet im laufenden Jahr mit einem etwas geringeren Gewinnwachstum als 2018. Gegenüber dem Vorjahr soll die Dividende unverändert bei 0,70 Euro je Aktie liegen. Zudem kündigte der Konzern ein Investitionsprogramm von 70 bis 80 Mio. Euro pro Jahr ab 2019 an.
Frische Zahlen gab es vor Handelsbeginn auch von Bayer. Zum Jahresende profitierten die Leverkusener im Agrargeschäft von der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto, während die Geschäfte im Pharmasegment durchwachsen verliefen. Auf der anderen Seite machen in den USA immer mehr Bürger den Unkrautvernichter Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA rund 11.200 Klagen zugestellt.
Wall Street pendelt seitwärts
Keine klare Tendenz liefern die Vorgaben: Der Nikkei rückt um 0,5 Prozent vor, die Börsen in China klettern um 0,4 Prozent. Ähnlich war das Bild in den USA, Dow Jones und Nasdaq Composite büßten um 0,1 Prozent ein. Eine Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats brachte nichts Neues, die Fed will weiter abwarten. Aus der Wirtschaft kamen uneinheitliche Signale: Der Häusermarkt neigt weiter zur Schwäche, hingegen überraschte die Stimmungsumfrage unter den Verbrauchern.
Am Devisenmarkt bleibt das britische Pfund gesucht und profitiert davon, dass es wohl nicht zu einem ungeregelten Brexit kommen wird. Für Mitte März sind neue Abstimmungen im britischen Parlament vorgesehen. In den Blickpunkt rückt heute auch das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un in Vietnam.
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