MÄRKTE AM MORGEN | Hoffen auf den Burgfrieden
Seit Monaten beeinflusst der chinesisch-amerikanische Zollstreit die Richtung an den Finanzmärkten. Nach dem Abbruch der Verhandlungen im Mai könnte das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping am Samstag dem Konflikt eine neue Wende geben. Beide Parteien haben sich offenbar auf eine Art „Burgfrieden“ geeinigt. Demnach verschiebt Trump die angedrohte Ausweitung der Strafzölle auf alle Importe aus China. Das sei die Bedingung von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping für das geplante Treffen gewesen.
Deutsche Bank besteht Stresstest
Im vorbörslichen Handel wird der DAX leicht im Plus bei 12.280 Punkten erwartet. Auch an den Börsen in Übersee hielten sich Anleger zurück, die Vorgaben fallen durchwachsen aus. Der Leitindex in China verliert um 0,9 Prozent, der Nikkei büßt um 0,5 Prozent ein. An der Wall Street gab der Dow Jones nach einer zwischenzeitlich freundlicheren Entwicklung erneut die Gewinne wieder ab und schloss unverändert. Besonders die deutlichen Verluste der Boeing-Aktie von fast drei Prozent bremsten den Index aus. Dem Flugzeughersteller droht eine weitere Verschiebung des Flugverbots für die Maschinen der Baureihe 737 Max. Besser lief es für die Technologiewerte, der Nasdaq 100 kletterte um 0,4 Prozent.
Unter den DAX-Werten richtet sich das Interesse auf die Deutsche Bank. Das Geldhaus hat auch den zweiten Teil des US-Stresstests der US-Notenbank bestanden. Im vergangenen Jahr war die Bank als einziges Institut durchgefallen.
Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton feiert heute ihr Börsendebüt in Frankfurt und Stockholm. Allerdings müssen sich die Wolfsburger mit geringeren Einnahmen begnügen als zunächst erwartet. Die Aktien werden mit 27 Euro am unteren Ende der Preisspanne ausgegeben. Mit dem Börsengang wollte VW bis zu 1,9 Mrd. Euro erlösen, nun wurden es nur rund 1,5 Mrd. Euro.
Aktien von Adidas könnten auf das Zahlenwerk von Nike reagieren. Wegen Investitionen und einer höheren Steuerquote verdienten die Amerikaner weniger als erwartet. Allerdings übertraf Nike die Umsatzschätzungen, auch der Handelsstreit wirkte sich nicht negativ aus.
Opec-Treffen rückt näher
Am Ölmarkt richtet sich der Blick nicht nur auf den G20-Gipfel, auch das anstehende Opec-Meeting in der kommenden Woche sorgt für Nervosität. Brent startet oberhalb von 65 Dollar, WTI kostet 59 Dollar. Gut unterstützt bleibt weiterhin Gold, die Feinunze profitiert von der anhaltenden Unsicherheit und den fallenden Zinsen und steht bei 1415 Dollar.
Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche


