MÄRKTE AM MORGEN | Investoren geraten unter Zugzwang

Seit Jahresbeginn liegt der DAX knapp 14 Prozent im Gewinn, in der abgelaufenen Woche rückte der Index um etwa vier Prozent vor. Noch besser sieht die Bilanz seit dem Jahreswechsel an der Wall Street aus.

Seit Jahresbeginn liegt der DAX knapp 14 Prozent im Gewinn, in der abgelaufenen Woche rückte der Index um etwa vier Prozent vor. Noch besser sieht die Bilanz seit dem Jahreswechsel an der Wall Street aus. Würden die Kursgewinne an den Weltbörsen seit Januar auf das gesamte Jahr hochgerechnet, wäre 2019 das bisher beste Jahr aller Zeiten für Aktien. Trotz der beeindruckenden Rally sind noch viele Investoren eher defensiv positioniert. Legen die Kurse weiter zu, müssen die Profis einsteigen, um nicht zu sehr in Performance-Rückstand zu geraten. Auf der anderen Seite wird jeder Rücksetzer zum Einstieg genutzt, um von der Aufwärtsbewegung zu profitieren.

Öl markiert frisches Hoch

Dieses Muster könnte auch in der neuen Handelswoche wieder greifen. Zum Wochenauftakt holt der DAX Luft und wird vorbörslich 0,4 Prozent tiefer bei 11.950 Punkten erwartet. Damit folgt der Markt den Vorgaben aus Asien: In Tokio büßte der Nikkei um 0,1 Prozent ein, die Kurse in China fielen um 0,8 Prozent. Keine großen Bewegungen sind am Devisenmarkt zu sehen. Der Dollar profitierte nur kurzzeitig vom starken US-Arbeitsmarktbericht. Im asiatischen Handel kommt der Greenback zurück und steht bei 1,122 Dollar.

Gut blieb die Stimmung am Freitag in den USA: Der Dow Jones rückte um 0,2 Prozent vor, bis zum Höchststand fehlen noch 500 Punkte oder zwei Prozent. Besser lief es erneut bei den Technologiewerten, der Nasdaq 100-Index rückte um 0,5 Prozent vor.

Angetrieben von Konjunktur-Optimismus markierten die Ölpreise am Montag den höchsten Stand seit fünf Monaten. Neben wieder besseren Wirtschaftsdaten sorgt die Förderbremse der Opec-Staaten für gute Stimmung. Gold als sicherer Hafen und Inflationsschutz ist hingegen kaum gefragt, die Feinunze pendelt bei 1296 Dollar seitwärts.

BMW bildet hohe Rückstellungen

Unter den Einzelwerten schauen Anleger zum Auftat auf die BMW-Aktie. Wegen des EU-Kartellverfahrens aufgrund mutmaßlicher illegaler Absprachen bei der Abgasnachbehandlung bucht der Münchner Autobauer Rückstellungen von etwa einer Milliarde Euro. BMW will sich gegen die Vorwürfe der EU-Kommission notfalls juristisch zur Wehr setzen. Dennoch wird das Ergebnis des ersten Quartals nun schwächer erwartet.

Die Deutsche Post sieht sich auf einem guten Weg, den Betriebsgewinn bis 2020 auf fünf Mrd. Euro zu steigern. Bis Ende Juni rechnet der Logistiker auch mit einer Entscheidung in Sachen Portoerhöhung.

In der zweiten Reihe richtet sich der Blick auf die BVB-Aktie. Nach dem 0:5 gegen den FC Bayern München wird die Aktie deutlich tiefer erwartet.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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BNP Paribas
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Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
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