MÄRKTE AM MORGEN | Italien könnte wieder zum Problem werden
Nur auf den ersten Blick positive Impulse für den DAX kommen von der Währungsseite. Gegenüber dem Dollar startet der Euro schwächer in den Handel. Im Gegenzug verbessern sich die Wettbewerbschancen der stark auf den Export ausgerichteten deutschen Unternehmen. Anleger werden sich dennoch in Zurückhaltung üben, denn die Euro-Peripherieländer sorgen wieder für Unruhe.
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Italien könnte wieder zum Problem werden
Nur auf den ersten Blick positive Impulse für den DAX kommen von der Währungsseite. Gegenüber dem Dollar startet der Euro schwächer in den Handel. Im Gegenzug verbessern sich die Wettbewerbschancen der stark auf den Export ausgerichteten deutschen Unternehmen. Anleger werden sich dennoch in Zurückhaltung üben, denn die Euro-Peripherieländer sorgen wieder für Unruhe. Nach wie vor gibt es keine Klarheit über die Zahlung der nächsten Tranche an Griechenland durch seine Geldgeber. EU und IWF liegen mit ihren Annahmen über die künftige konjunkturelle Entwicklung des Landes weit auseinander.
Zudem schüren seit Montag wieder verstärkt Spekulationen um Neuwahlen in Italien die Nervosität der Anleger. Die Börse in Mailand sackte um 1,5 Prozent ab, vor allem Banken kamen unter die Räder. Nach Meinung des früheren Ministerpräsidenten Matteo Renzi wäre es sinnvoll, die Wahlen in Italien zur selben Zeit durchzuführen wie die Bundestagswahlen in Deutschland (24. September).
Zahlenflut in Sicht
Einige Wirtschaftszahlen werden heute ebenfalls für Beachtung sorgen. Stark im Blickpunkt stehen vor allem die Inflationsdaten Deutschlands um 14 Uhr. In den vergangenen Monaten führten einige Sondereffekte zu recht starken Schwankungen. Im Mai sollten die Daten wieder ein realistischeres Bild liefern. Nach einem Anstieg von zwei Prozent im April rechnet der Markt für Mai mit einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex um 15 Uhr wird ähnlich wie im Februar erneut knapp sechs Prozent höher erwartet. Auch die Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen um 16 Uhr sollten auf Interesse stoßen. Immerhin steht der private Konsum in den USA für zwei Drittel der Wirtschaftskraft und ist damit die zentrale Säule der Konjunktur. Der Markt rechnet mit einem unveränderten Niveau von 120 Punkten.
Linde, Merck und Infineon im Fokus
Der DAX startet zunächst kaum verändert bei rund 12.600 Punkten in den Handel. Im Tagesverlauf könnten sich die Papiere von Linde deutlicher bewegen. Der Gase- und Anlagenbaukonzern steht angeblich vor einem Großauftrag im Volumen von rund einer Milliarde Euro aus Russland. Bereits am Freitag könnte das Geschäft unterzeichnet werden. Infineon und Merck zeigten sich weiter offen für gezielte Zukäufe. Der Halbleiterhersteller schaut sich vor allem in den USA um. Merck will besonders seine Präsenz in der Immunonkologie ausbauen.
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.