MÄRKTE AM MORGEN | Mario Draghi hat es in der Hand
Von einer Änderung der Leitzinsen ist die EZB noch weit entfernt. Auf der heutigen Sitzung (Zinsentscheid um 13.45 Uhr, Pressekonferenz ab 14.30 Uhr) stehen andere Themen auf der Agenda. So werden den Währungshütern die neuen Wachstums- und Inflationserwartungen vorliegen. Die aus dem Dezember stammenden Daten waren zu optimistisch. Erst gestern kappte die OECD ihre Erwartungen für das Wachstum, der Markt rechnet mit Abwärtsrevisionen bis in das Jahr 2020. Die pessimistischeren Aussichten könnten zudem als Begründung dienen, um die Leitzinsen bis mindestens Ende 2019 auf dem aktuell tiefen Niveau zu lassen. Die EZB wird somit sehr wahrscheinlich auf die Serie enttäuschender Konjunkturdaten reagieren und versuchen, so die Märkte zu beruhigen. Zudem werden neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte erwartet, um frühzeitig eine Verschärfung der Kreditvergabebedingungen im Finanzsektor zu verhindern.
Berichtssaison sorgt für Abwechslung
Der Handelsstreit rückt wieder etwas in den Hintergrund, nach US-Angaben laufen die Gespräche weiterhin „gut“. Frische Bilanzen stehen im Mittelpunkt. So hat die Deutsche Post im vierten Quartal wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft und erreichte knapp das seit Juni reduzierte Gewinnziel für das Gesamtjahr. Aktionäre erhalten eine unveränderte Dividende von 1,15 Euro je Aktie. Im laufenden Jahr sollen die Ergebnisse wieder besser ausfallen, die 2020er-Ziele wurden bestätigt.
Merck überraschte im vierten Quartal mit einer guten Umsatzentwicklung, verdiente operativ aufgrund negativer Währungseffekte aber weniger. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde aber erfüllt, Anleger erhalten eine zum Vorjahr stabile Dividende von 1,25 Euro je Aktie.
Gut laufen die Geschäfte weiterhin bei Vonovia. Ein Mix aus Kostensenkungen, höheren Mieteinnahmen und Wertsteigerungen des Portfolios wirkten sich positiv aus. Wie bereits erwartet soll die Dividende um 12 Cent auf 1,44 Euro je Aktie steigen. Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt.
Risikobereitschaft sinkt
Schwache Signale von den Weltbörsen belasten zum Auftakt den DAX, Banken sehen den Index rund 0,5 Prozent tiefer bei 11.530 Zählern. An den US-Börsen hielten sich zur Wochenmitte nur defensive Sektoren wie Versorger und Energiewerte im Gewinn. Für den Dow Jones ging es um 0,5 Prozent abwärts, der technologielastige Nasdaq 100 schloss 0,6 Prozent schwächer. Der Future auf den S&P 500 steht am Morgen 0,3 Prozent tiefer. In Asien setzte sich die schwache Tendenz fort, der Nikkei verlor 0,7 Prozent. Die Ölpreise tendieren uneinheitlich, Brent kostet 66 Dollar. Gold leidet unter der Dollar-Stärke, die Feinunze steht bei 1285 Dollar.
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