28.06.2017 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Nach der Wahl ist vor der Wahl

 

Draghi vergrault Anleger: Euro-Stärke bremst DAX aus
 

Im fernen Portugal löste EZB-Chef Mario Draghi ein kleines Erdbeben an den Märkten aus. Der Notenbank-Chef stellte der EU-Wirtschaft ein gutes Zeugnis aus und signalisierte seine grundsätzliche Bereitschaft zur Anpassung der Geldpolitik an die anhaltende Konjunkturerholung in Europa. Mit seinen Andeutungen versucht er, den Markt langsam auf eine Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe vorzubereiten. Die offizielle Ankündigung könnte dann im September oder Oktober folgen, sofern die Wirtschaftsdaten mitspielen. Gleichzeitig betonte Draghi allerdings auch, dass der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik sehr langsam ablaufen müsse.

Euro im Höhenflug

Bisher schien der Markt darauf nicht vorbereitet zu sein, wie die scharfe Reaktion beim Euro zeigte. Die Gemeinschaftswährung kletterte gegen den Dollar mühelos über die 1,13er-Marke und steht auf einem Zehn-Monats-Hoch. Besonders die stark auf den Export ausgerichteten Werte leiden unter der anhaltenden Euro-Stärke. Seit Anfang April legte der Kurs um rund sieben Prozent zu. In den kommenden Wochen werden Investoren daher wieder mehr auf neue Wirtschaftsdaten aus Europa schauen. Die Ausgangslage ist klar: Anhaltend positive Zahlen und anziehende Inflationsdaten könnten am Markt künftig wieder stärkere Sorgen vor einer Normalisierung der EZB-Geldpolitik entfachen.

Am Rentenmarkt ziehen weltweit die Renditen an und belasten vor allem zinsreagible Aktien wie die Versorger und Wachstumswerte mit hohem Kapitalbedarf. Während der S&P 500 um lediglich 0,8 Prozent einbüßte, sackte der Nasdaq 100-Index um 1,8 Prozent ab. Für Verunsicherung sorgte auch die von den Republikanern im US-Senat verschobene Abstimmung über den Umbau der Krankenversicherung. Die Absage schürt Zweifel, ob Trump seine angekündigte Steuerreform umsetzen kann. Auch die deutschen Technologie-Werte stehen kräftig unter Druck, der DAX startet bei rund 12.600 Punkten.

Monsanto öffnet die Bücher

Bei den Einzelwerten lohnt sich ein Blick auf die Bayer-Aktie. Gegen Mittag werden die Zahlen von Monsanto erwartet, nach wie vor gibt es viel Widerstand gegen die laufende Fusion. Bayer will noch in diesem Jahr die 66 Mrd. Dollar teure Übernahme abschließen. Wichtig ist daher die Ertragsentwicklung der Amerikaner. Erwartet wird ein Gewinn je Aktie von 1,76 Dollar, nach 2,17 Dollar im Vorjahreszeitraum.
Positive Impulse gibt es hingegen für die Lufthansa-Aktie: Berichten zufolge steht der Kranichwert mit Fraport kurz vor einer Einigung im Streit um die Gebühren am Frankfurter Flughafen. Schon heute könnte eine Abmachung unterzeichnet werden.

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BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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