MÄRKTE AM MORGEN | Schlägt die Katar-Krise auf den Ölpreis durch?
Am globalen Ölmarkt steuert das winzige Emirat mit einer Tagesproduktion von gut 600.000 Barrel weniger als zwei Prozent zur weltweiten Ölförderung bei und spielt daher nur eine kleine Rolle, auch innerhalb der Opec. Selbst wenn Katar die jüngst vereinbarten Förderbeschränkungen aufgeben sollte, bleiben die direkten negativen Effekte überschaubar.
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Schlägt die Katar-Krise auf den Ölpreis durch?
Am globalen Ölmarkt steuert das winzige Emirat mit einer Tagesproduktion von gut 600.000 Barrel weniger als zwei Prozent zur weltweiten Ölförderung bei und spielt daher nur eine kleine Rolle, auch innerhalb der Opec. Selbst wenn Katar die jüngst vereinbarten Förderbeschränkungen aufgeben sollte, bleiben die direkten negativen Effekte überschaubar. Allerdings könnten andere Mitglieder ihre Disziplin bei der Förderkürzung teilweise aufgeben, zumal die Preise nach der kürzlich vereinbarten Verlängerung der Beschränkungen weiter gefallen sind. Damit überwiegen nach wie vor die Abwärtsrisiken beim schwarzen Gold. Wesentlich größer ist der Einfluss des Landes bei verflüssigtem Erdgas, Katar steht für rund ein Drittel der weltweiten Exporte. Bei einer Seeblockade könnte der Preis anziehen, wobei auch hier das Potenzial begrenzt bleibt. In vielen langfristigen Lieferverträgen sind die Gaspreise an den Ölpreis gekoppelt.
Anleihemarkt sendet Warnsignal
Wesentlich mehr Freude bereiten die Edelmetalle, für Gold könnte das Umfeld kaum besser sein. Nach den enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten rechnet der Terminmarkt im Anschluss an die nächste Fed-Sitzung in einer Woche nur noch mit einer weiteren Zinserhöhung bis Ende 2018. Auch die Dollar-Schwäche und besonders der Renditerückgang am Anleihemarkt treiben das Edelmetall. Die sinkende Zinsdifferenz zwischen den zehn- und zweijährigen US-Anleihen deutet auf eine bevorstehende Schwächephase der amerikanischen Wirtschaft. Mit weiteren Zinserhöhungen geht die Fed ein riskantes Spiel ein, sichere Häfen wie Gold und der Yen sind daher gefragt.
Warmer Geldregen für die Versorger?
Auch am Aktienmarkt herrscht nervöse Stimmung, der katarische Index büßte in den vergangenen zwei Tagen um knapp zehn Prozent ein. Hingegen dürfte der DAX nach dem gestrigen Rücksetzer bei rund 12.660 Punkten eine Stabilisierung versuchen. Im Blickpunkt stehen die beiden Versorger, heute wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im jahrelangen Streit um die Brennelementesteuer erwartet. Eon, RWE und EnBW haben rund sechs Mrd. Euro an den Staat überwiesen und könnten im Erfolgsfall hohe Rückerstattungen erhalten. Das Urteil wird um 09.30 Uhr verkündet.
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.