MÄRKTE AM MORGEN | Trump, Brexit, EZB – heißer Tanz zur Wochenmitte
Die kräftige Kehrtwende in der Geldpolitik der amerikanischen Notenbank ließ zuletzt Zweifel an den konjunkturellen Aussichten aufkommen, dämpfte bisher aber nicht die Kauflaune am Aktienmarkt. Nach den neuen Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten die Pessimisten aber wieder Auftrieb, die vorsichtige Haltung der Notenbanker scheint berechtigt. Für 2019 wurde das zweite Mal seit Oktober die globale Prognose von zuletzt 3,5 auf 3,3 Prozent nach unten genommen. Damit bleibt die lockere Geldpolitik eine wesentliche Stütze für die Finanzmärkte.
Banken und Brexit
Entsprechend gespannt warten Investoren auf Signale von der heutigen EZB-Sitzung. Derzeit sondieren die Währungshüter verschiedene Szenarien, um die nachteiligen Nebenwirkungen des negativen Einlagenzinsen für Banken zu verringern. Nach Angaben des Bankenverbandes zahlen die Geldhäuser in der Euro-Zone rund 7,5 Mrd. Euro im Jahr für ihre Einlagen bei der EZB. Zudem erhofft sich der Markt neue Details zu den angekündigten langfristigen Refinanzierungsgeschäften (Pressekonferenz ab 14.30 Uhr).
Unsicherheitsfaktoren gibt es reichlich: Die neuen Strafzollandrohungen der USA gegen die EU belasten ebenso wie das Brexit-Chaos. Auf dem heutigen Sondergipfel wollen die Staats- und Regierungschefs den Briten mehr Zeit geben, um einen chaotischen Ausstieg zu verhindern. Allerdings müssen noch die Dauer und die Bedingungen für die Verschiebung festgelegt werden. Am Abend (20 Uhr) wird noch das Protokoll der letzten Fed-Sitzung veröffentlicht.
Gewinnmitnahmen überwiegen
Nach den deutlichen Verlusten am Vortag wird der DAX zunächst unwesentlich höher bei 11.870 Punkten erwartet. Volkswagen lotet Insidern zufolge den Kauf eines großen Anteils am chinesischen Autobauer JAC Motor aus. Neuigkeiten gibt es auch von der Deutschen Börse. Der Börsenbetreiber will das Geschäft mit institutionellen Investoren ausbauen und dazu mit Axioma einen führenden Anbieter von Portfolio- und Risikomanagement-Lösungen erwerben.
Schwache Signalen kommen von den Börsen in Übersee. In Tokio büßte der Nikkei um 0,6 Prozent ein, Minuszeichen dominierten auch in Hongkong. An der Wall Street pendelte der Dow Jones den ganzen Tag über im Minus und schloss 0,7 Prozent tiefer. Für den Nasdaq 100-Index ging es um 0,4 Prozent abwärts.
Wenig Bewegung gibt es an den Devisenmärkten, der Euro steht bei 1,126 Dollar. Brent bleibt im Bereich des Jahreshochs und kostet 70,80 Dollar. Die Feinunze Gold behauptet sich angesichts der globalen Risikofaktoren wieder über der Marke von 1300 Dollar.
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