MÄRKTE AM MORGEN | USA drohen Europa mit Strafzöllen
Auch wenn die Aktienmärkte zuletzt kräftig gestiegen sind und wie die US-Indizes im Dunstkreis der Rekordniveaus viel Optimismus signalisieren, bleibt die Lage fragil. Ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU am kommenden Freitag ist zwar unwahrscheinlich. Zunächst aber müssen die 27 Staats- und Regierungschefs am Mittwoch einen Fristaufschub gewähren. Bereits heute legt Premierministerin Theresa May dem Parlament einen Antrag vor, um welchen Aufschub sie die EU bitten wird. Für zusätzliche Nervosität sorgt zur Wochenmitte die EZB-Sitzung.
Konflikt rückt in den Fokus
Ebenfalls dämpfend auf die Risikobereitschaft wirkt sich der Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus aus. US-Handelsbeauftragter Robert Lighthizer bezifferte den Schaden für die USA auf jährlich elf Mrd. Dollar und veröffentlichte eine Liste mit europäischen Produkten, die mit Strafzöllen belegt werden könnten.
Vorbörslich entfernt sich der DAX wieder von der 12.000er-Mark und steht 0,3 Prozent tiefer bei 11.920 Punkten. Ähnlich verlief der Handel in Asien: In Japan und China pendelten die Kurse seitwärts. Vor der anstehenden Berichtssaison hielten sich Anleger zurück.
Lustlos verläuft auch das Geschäft am Devisenmarkt. Der Euro stagniert und kostet 1,126 Dollar. Gefragt bleibt hingegen Öl: WTI erreichte den höchsten Stand seit Ende Oktober. In Libyen verschärft sich die politische Situation, ein neuer Bürgerkrieg steht bevor. Zudem verhängten die USA weitere Sanktionen gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA.
Boeing bremst Dow Jones aus
An der Wall Street pendelten die großen US-Indizes am Montag überwiegend im Minusbereich. Nach wie vor fehlt ein Zeitplan zum Abschluss der Handelsgespräche zwischen China und den USA. Technologie-Aktie zeigte erneut Relative Stärke, der Nasdaq 100-Index kletterte um 0,3 Prozent. Hingegen wurde der Dow Jones von der schwer gewichteten Boeing-Aktie ausgebremst, der Index verlor 0,3 Prozent. Die Papiere des Flugzeugbauers sackten um 4,4 Prozent ab, nachdem bekannt wurde, dass die Produktion des Unglückfliegers 737 MAX gekürzt werden soll.
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