MÄRKTE AM MORGEN | Zunehmende Wachstumssorgen

Auf den ersten Blick sind die neuen konjunkturstützenden Maßnahmen der EZB positiv, die Währungshüter haben die Zeichen der Zeit erkannt und versuchen frühzeitig, mögliche Risiken ausgehend von Handelskonflikten und Brexit abzufedern. Allerdings ist die Entscheidung der EZB, bereits jetzt mit neuen Krediten aktiv zu werden, durchaus auch als Warnsignal zu sehen.

Auf den ersten Blick sind die neuen konjunkturstützenden Maßnahmen der EZB positiv, die Währungshüter haben die Zeichen der Zeit erkannt und versuchen frühzeitig, mögliche Risiken ausgehend von Handelskonflikten und Brexit abzufedern. Allerdings ist die Entscheidung der EZB, bereits jetzt mit neuen Krediten aktiv zu werden, durchaus auch als Warnsignal zu sehen. Die nach dem Sommer erwartete Leitzinserhöhung wurde einkassiert. Zudem haben die Notenbanker die Wachstumserwartungen für 2019 deutlich und für 2020 leicht nach unten genommen. Der Euro stürzte bis auf 1,12 Dollar und notiert damit so tief wie zuletzt im Juni 2017.

Herbe Verluste in Asien

Der nächste Nackenschlag für die Gemeinschaftswährung könnte bereits um 14.30 Uhr folgen, wenn die US-Arbeitsmarktdaten über die Ticker laufen. In den zurückliegenden sechs Monaten wurden durchschnittlich 230.000 neue Stellen pro Monat zusätzlich geschaffen, im Januar waren es sogar 304.000. Für Februar sind die Erwartungen deutlich tiefer, Volkswirte rechnen mit 180.000 Jobs sowie einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Die Löhne dürften auf eine Vorjahresrate von 3,4 Prozent steigen, das wäre der höchste Wert sein zehn Jahren.

Zum Auftakt müssen Anleger aber zunächst erschreckend schwache Daten aus China verarbeiten. Im Februar sind die Exporte um 20,7 Prozent eingebrochen, Analysten hatten nur ein Minus von knapp fünf Prozent erwartet.

Die Reaktionen an den asiatischen Börsen fallen deutlich aus: In China sackten die Indizes um mehr als vier Prozent ab, der Nikkei verliert zwei Prozent, die Börse in Hongkong fällt um 1,7 Prozent. Hingegen hält sich der DAX zumindest vorbörslich noch recht gut, Banken sehen den Index 0,7 Prozent tiefer bei 11.440 Punkten.

Auch in den USA leuchteten den vierten Tag in Folge Minuszeichen auf: Der Dow Jones gab um 0,8 Prozent nach, der marktbreite S&P 500 fiel sogar wieder unter seine 200-Tage-Linie. Mit minus 1,2 Prozent ging es für den technologielastigen Nasdaq 100 noch deutlicher abwärts.

Fusion in der Warteschleife

Die amerikanische Telekomaufsicht FCC nimmt sich mehr Zeit für die Prüfung der Fusion von T-Mobile US und Sprint. Beide Unternehmen hätten neue Informationen eingereicht. Die Öffentlichkeit ist nun aufgerufen, die Pläne zu kommentieren. Am 4. April wird die Prüfung wieder aufgenommen.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

Weitere Nachrichten
BNP Paribas
18.07.2022 15:30
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
18.07.2022 11:00
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.
18.07.2022 10:30
Mit dem Verlassen des Abwärtstrends ist eine stärkere Zwischenerholung bei Brent möglich. Spielraum bietet sich bis in den Bereich der 105,55 USD.