Märkte erfreut über Personalgerüchte in London

Korea: Zentralbank zieht Zügel an


Nachdem im Frühjahr bereits eine Handvoll asiatischer Zentralbanken die Leitzinsen anhoben, folgte in der Nacht auf heute auch die koreanische Zentralbank. Der 25-Basispunkte-Zinsschritt nach oben auf 2,75 % wurde gemeinhin erwartet und dürfte nicht der letzte gewesen sein. Notenbankchef Shin Hyun Song betonte bei der anschließenden Pressekonferenz die Risiken anhaltend hoher Energie- und Rohstoffpreise für die Inflationsentwicklung. Ein heiß laufender Immobilienmarkt sowie der seit Monaten schwache Won lieferten der Notenbank weitere Argumente, die Geldpolitik zu straffen. Im Gegensatz zu Europa kann sich die dortige Wirtschaft ein restriktiveres Umfeld jedoch leisten. Der globale KI-Investitionsboom beschert den Tech-Firmen des Landes eine Flut an Aufträgen und lässt die Unternehmensgewinne sprudeln. Auch Schiffbau und Rüstungsindustrie erfreuten sich in den letzten Monaten einer robusten Dynamik. Die Exporte explodierten im ersten Halbjahr in der Folge förmlich auf einen Rekordwert von 496 Mrd. USD - ein sattes Plus von 48 % auf Jahressicht. Ganz ohne Sorgen ist aber auch die koreanische Wirtschaft nicht. Denn ähnlich wie in den USA und China sind die Wohlstandsgewinne des Technologiebooms ungleich verteilt, die breite Masse bleibt außen vor. Um dieses Ungleichgewicht zu adressieren, plant die Regierung, aus den zusätzlichen Steuereinnahmen einen Zukunftsfonds anzulegen, der explizit arbeitsmarkt- und bildungspolitische Maßnahmen sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung finanzieren soll. Das Projekt befindet sich zwar erst in der Konkretisierungsphase, aber angesichts ähnlicher Herausforderungen in anderen Staaten dürfte Koreas Ansatz auch im Ausland mit Aufmerksamkeit verfolgt werden.

UK: Personalie sorgt für Erleichterung


Wenn alles nach Plan läuft, übernimmt am kommenden Freitag Andy Burnham den Vorsitz der britischen Labour-Partei sowie am Montag darauf das Amt des Premierministers. Am gestrigen Mittwoch berichtete u. a. die Financial Times, dass Innenministerin Shabana Mahmood Schatzkanzlerin werden soll - und nicht Ed Miliband, der lange als Favorit galt. Burnhams Team dementiert eine finale Entscheidung, doch am Markt kam die noch unbestätigte Personalie dennoch gut an: Die 10-jährige Gilt-Rendite gab entgegen dem europäischen Trend gestern bis Marktschluss um fast vier Basispunkte auf 4,68 % nach, während das Pfund deutlich zulegte. Mahmood gilt als pragmatisch und dürfte die Sorgen unter Investoren vor einer ausufernden Fiskalpolitik vorerst zerstreuen können. Die Probleme Großbritanniens sind dadurch aber noch nicht gelöst. Glaubwürdige Pläne zur Senkung der Staatsschulden müssen erst noch vorgelegt werden. Und wie Burnhams Versprechungen zur Ankurbelung des Wohnbaus und Entlastung bei den Lebenshaltungskosten finanziert werden sollen, bleibt vorerst weiter im Unklaren.

Daten: USA und TSMC im Fokus

Nach den erfreulich ausfallenden Verbraucher- und Erzeugerpreisen in der ersten Wochenhälfte stehen heute weitere Daten aus den USA auf der Agenda, darunter die Einzelhandelsumsätze. Mit Spannung werden zudem die Quartalsergebnisse des taiwanischen Halbleitergiganten TSMC erwartet. Das abgelaufene Quartal dürfte zwar einen starken Umsatz- und Gewinnsprung ausweisen, im Fokus wird aber vor allem der Ausblick stehen. Angesichts der zunehmenden Nervosität an den Märkten dürfte jedes Wort des Managements dazu auf die Goldwaage gelegt werden.


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