Märkte spielen Entspannung

Deutsche Wirtschaft sendet vorsichtige Lebenszeichen.


Im Mai stiegen die Exporte überraschend den vierten Monat in Folge. Die Ausfuhren legten um 0,9 % auf 137,9 Milliarden Euro zu, getragen vor allem von stärkerer Nachfrage aus den USA und China. Die Importe sanken dagegen um 2,5 %. Auch die Industrie lieferte bessere Signale. Die Auftragseingänge stiegen im Mai um 1,9 % gegenüber dem Vormonat und damit stärker als erwartet. Besonders kräftig fiel das Plus im sonstigen Fahrzeugbau aus, wo Großaufträge für einen Sprung sorgten. Doch auch ohne diese volatilen Bestellungen zeigt sich eine gewisse Stabilisierung. Der Auftragsbestand reicht rechnerisch für fast neun Monate Produktion. Hinzu kam ein Anstieg der Industrieproduktion um 0,9 %. Ohne Energie und Bau lag das Plus bei 0,8 %. Für das Bruttoinlandprodukt sind diese Zahlen ein ermutigendes Signal.

Ein Chipkonzern als Gradmesser für die KI-Euphorie


Anleger müssen sich ein neues Kürzel merken: SKHY. Dahinter steht SK Hynix, Südkoreas Speicherchip-Spezialist und einer der wichtigsten Zulieferer des KI-Booms. Heute sollen die Hinterlegungsscheine des Konzerns an der Nasdaq starten. Das Volumen der Platzierung wird auf rund 28 Milliarden Dollar veranschlagt. Damit wäre die Transaktion eine der größten Aktienplatzierungen der Börsengeschichte und ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor. Nach Medienberichten ist die Nachfrage hoch; das Angebot soll mehrfach überzeichnet sein. SK Hynix profitiert wie kaum ein anderer Konzern vom Bedarf an Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren. Die sogenannten HBM-Chips gelten als Schlüsselkomponente für Beschleuniger von Nvidia und anderen Anbietern. Zugleich zeigt die jüngste Kurskorrektur, wie nervös der Markt geworden ist: Nach einem steilen Anstieg gab die Aktie in Seoul zuletzt deutlich nach.

Hoffnung auf Deeskalation

Nach zwei schwachen Handelstagen stabilisierte sich der DAX und stieg gestern um 0,89 % auf 25.118 Punkte. Auch an der Wall Street erholten sich die Kurse: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq legten zu. Rückenwind kam von sinkenden Ölpreisen und nachlassender Nervosität rund um die Golf-Eskalation, auch wenn die Lage angespannt bleibt.


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