MÄRKTE AM MORGEN | Aktienmärkte loten Schmerzgrenze aus
Wieder einmal wird der Oktober seinem Ruf als „Crash-Monat“ gerecht. Doch damit nicht genug, auch die Bilanz seit Jahresbeginn fällt mit minus 13 Prozent nun deutlich negativ aus. Neben den Dauerthemen Brexit, Chinas Wachstum, Handelskrieg und Italiens Schuldenkrise kann auch der Auftakt in die deutsche Berichtssaison nur als Fehlstart interpretiert werden. SAP, HeidelbergCement, Fresenius, FMC und Daimler enttäuschten bereits mit Gewinnwarnungen oder durchwachsenen Bilanzen. In dieser Woche stehen daher die Zahlen von Volkswagen, Lufthansa, Airbus, Beiersdorf und der Deutschen Börsen unter besonderer Beobachtung. Zudem werden frische Konjunkturdaten wie die Einkaufsmanagerindizes aus China, den USA und der Eurozone Hinweise liefern, ob die Sorgen vor einem Abschwung gerechtfertigt sind.
Stabilisierung in Sicht
Zum Wochenauftakt können Anleger aber durchatmen, der DAX zeigt sich im vorbörslichen Handel etwas fester bei 11.240 Punkten. Während die Hessen-Wahl keinen Einfluss haben dürfte, belegen die asiatischen Börsen, wie unsicher die Lage derzeit ist. Angetrieben von Schnäppchenjägern war der japanische Aktienmarkt fester in die Handelswoche gestartet, inzwischen dominieren aber überwiegend rote Vorzeichen. Für den chinesischen Leitindex geht es sogar um mehr als zwei Prozent in den Keller.
Auch aus den USA kommen überwiegend negative Signale. Am Freitag büßte der Dow Jones um 1,2 Prozent ein, beim Technologie-Index Nasdaq 100 fiel das Minus mit 2,3 Prozent besonders kräftig aus. Vor allem die enttäuschenden Geschäftsberichte der Internet-Giganten Amazon und Alphabet belasteten die Stimmung. Im frühen Geschäft am Montag zeichnet sich noch keine Gegenbewegung ab, der Future auf den S&P 500 liegt rund 0,2 Prozent im Minus. An den Rohstoffmärkten ziehen sich Anleger am Öl-Markt zurück, Brent steht rund 0,7 Prozent tiefer. Gold verteidigt die jüngsten Gewinne und wird zu 1230 Dollar je Feinunze gehandelt. Der Euro steht nahezu unverändert bei knapp 1,14 Dollar.
Tesla im Visier
Schwankungsfreudig bleibt die Aktie von Tesla, am Freitag legte der Kurs um fünf Prozent zu. Berichten zufolge wurden die von der US-Staatsanwaltschaft geleiteten strafrechtlichen Untersuchungen zuletzt intensiviert. Demnach könnte der Elektroautobauer die Investoren über den Stand der Fertigung des Model 3 falsch informiert haben.
Positive Impulse für den Tech-Sektor dürften hingegen von IBM ausgehen. Der IT-Gigant kündigte am Sonntag die Übernahme von Red Hat an. IBM bietet 190 Dollar je Aktie in bar und bewertet den Softwarespezialisten so mit 34 Mrd. Dollar. Am Freitag war die Aktie von Red Hat bei 116,68 Dollar aus dem Handel gegangen, IBM bietet somit fast zwei Drittel Aufschlag pro Papier.
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