MÄRKTE AM MORGEN | Angeschlagen in den Schreckensmonat September
Bereits seit vielen Monaten schneidet der DAX schlechter ab als andere große Indizes. In den kommenden Wochen könnte sich der Abstand sogar vergrößern. Anders als in den USA fehlt es an positiven Impulsen von Unternehmensseite. Der Auto-Sektor leidet unter dem Zollstreit und den Folgen des Abggas-Prüfverfahren WLTP. Mit der jüngsten Gewinnwarnung von Continental wurde das schwache Bild untermauert. Die Versorger erholen sich erst langsam von der Energiewende, während bei Indexschwergewicht Bayer das Risiko besteht, dass der Konzern für Monsanto im schlimmsten Fall Schadensersatz im Milliardenbereich zahlen muss. Spannend wird es daher am Mittwoch, wenn Bayer den Geschäftsbericht für das zweite Quartal vorlegt. Hier rückt insbesondere der Ausblick in den Fokus und die Frage, ob der Konzern mögliche Rückstellungen für Verteidigungskosten für Prozesse zum Unkrautvernichter Glyphosat bilden wird.
Neue Runde im Zollstreit?
Neben den zuletzt gesunkenen Gewinnerwartungen leidet der DAX mit seinen vielen Exportwerten auch unter den Währungsturbulenzen in den Schwellenländern sowie dem schwelenden Zollstreit. In dieser Woche könnte US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle gegen China im Wert von 200 Mrd. Dollar verhängen. Zudem kritisierte er die Europäische Union und drohte mit Zöllen.
Erschwerend kommt die negative Saisonalität hinzu, die nun auch an den US-Börsen Anleger zu Gewinnmitnahmen animieren könnte. Im langjährigen Durchschnitt ist der September der schwächste Monat im Jahresverlauf. Dies gilt verstärkt für Zwischenwahljahr, hier liegt der durchschnittliche Verlust bei gut zwei Prozent. Heute bleiben die Aktienmärkte in den USA allerdings wegen eines Börsenfeiertages geschlossen. Umso spannender dürfte die Bekanntgabe der Inflationszahlen in der Türkei heute sein, die im Vormonat bei fast 16 Prozent lagen. Nach dem Liraeinbruch in den vergangenen Wochen könnten die Preise in der Türkei weiter deutlich nach oben geklettert sein und den Druck auf die Lira verstärken.
Anleger bleiben vorsichtig
Aus Asien kommen heute früh schwache Vorgaben, insbesondere der chinesische Aktienmarkt setzt seine Talfahrt aufgrund der zunehmenden Handelsspannungen mit den USA fort, das ist bereits der fünfte Verlusttag in Folge. Japan gab ebenfalls leicht nach, hier verloren Stahl- und Energiewerte am stärksten. Hoffnung macht dagegen die Nachricht über eine Einigung zwischen den USA und Mexiko über ein neues Handelspaket. Die rückläufigen asiatischen Aktienindizes belasten den DAX jedoch, der vorbörslich leicht im Minus notiert.
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