MÄRKTE AM MORGEN | Anleger bleiben in Alarmbereitschaft
Die Regierungskrise in Berlin, der anstehende EU-Gipfel sowie der sich immer weiter ausbreitende Handelskrieg mit den USA und die zähen Brexit-Verhandlungen sind derzeit für die Aktienmärkte ein denkbar ungünstiger Mix. Nach Verlusten von rund 1000 Punkten oder sieben Prozent seit der Monatsmitte könnten beim DAX kurzfristig aber verstärkt Schnäppchenjäger aktiv werden und so eine Gegenbewegung einleiten. Nur noch rund zehn Prozent der Blue Chips behaupten aktuell ihren Monatsdurchschnitt. In den vergangenen Monaten kam es nach vergleichbar niedrigen Quoten schon häufiger zu Erholungen. Auch die Vorgaben aus den USA fallen konstruktiv aus.
Ölpreis stützt Wall Street
Im Handelsverlauf legte der Dow Jones zeitweise deutlich zu, konnte die Gewinne aber bis zur Schlussglocke nicht verteidigen und schloss 0,1 Prozent höher bei 24.283 Punkten. Gestützt wurden die Standardwerte von steigenden Energieaktien. Der Sektor legte um 1,4 Prozent zu und führte die Gewinnerliste im Branchenvergleich an. Die USA forderten nach ihrem Austritt aus dem Atomabkommen mit dem Iran ein baldiges Ende aller Rohölimporte aus dem Land. Brent steht am Morgen bei 76 Dollar, während US-Öl gut 70 Dollar je Barrel kostet. Die Technologiebörse Nasdaq legte um 0,4 Prozent zu.
Insgesamt aber zeichnet sich kein echter Stimmungsumschwung ab. Inzwischen zeigt der Handelsstreit immer deutlichere Bremsspuren in der Wirtschaft: So trübte sich die US-Verbraucherstimmung im Juni überraschend kräftig ein. Die anhaltende Unsicherheit wegen des Handelskonflikts verhindert derzeit eine nachhaltige Erholung.
Importautos im Fokus
Für den DAX bleiben die Aussichten daher schwierig, nachdem der Index gestern ein Drei-Monats-Tief markierte. Vorbörslich wird das Aktienbarometer leicht höher erwartet. Allerdings könnte sich die gestrige Marktreaktion mit einer freundlichen Eröffnung und anschließend fallenden Kursen zur Wochenmitte als Blaupause erweisen.
Vor allem die Autoaktien bleiben ein Thema auf dem Parkett. US-Präsident Donald Trump droht weiterhin mit Zöllen auf EU-Autos. Aktien von Daimler verloren seit Jahresbeginn bereits gut 20 Prozent, Volkswagen steht rund 13 Prozent tiefer und die Papiere von BMW büßten um zehn Prozent ein.
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