06.04.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Arbeitsmarktdaten und Trump bestimmen das Wochenfinale

Angst und Euphorie prägen derzeit den Handel, entsprechend kräftig reagieren die Kurse. Zuletzt notierten Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones im Dunstkreis der viel beachteten 200-Tage-Linie und drehten hier wieder nach oben. Bereits mehrfach in den vergangenen Jahren erwies sich der viel beachtete gleitende Durchschnitt als Ausgangspunkt einer stärkeren Erholung. Das Muster könnte sich jetzt wiederholen, zumal auch aus saisonaler Sicht die Optimisten kurzfristig gute Karten haben. In den vergangenen Jahrzehnten rückte der Dow Jones im April um durchschnittlich knapp zwei Prozent vor. In Zwischenwahljahren fällt vor allem die erste Monatshälfte meist positiv aus.

Arbeitsmarkt und Handelsstreit

Zum Wochenschluss müssen die Bullen aber wieder einen Dämpfer hinnehmen. Zwar dominierten in New York grüne Vorzeichen. In der Nacht verschärfte US-Präsident Donald Trump aber erneut den Zollstreit und lässt von seinem Handelsbeauftragten Robert Lightizer zusätzliche Zölle in Höhe von 100 Mrd. Dollar prüfen. China drohte am Morgen bereits mit Gegenwehr. Verschärft wird die Lage durch neue Zahlen aus der Wirtschaft: Wie das US-Handelsministerium gestern mitteilte, liegt das Handelsdefizit der USA auf dem höchsten Niveau seit über neun Jahren. Die Hälfte geht dabei auf China zurück.

Auch im heutigen Handelsverlauf stehen wichtige US-Konjunkturdaten auf der Agenda. Um 14.30 Uhr laufen die US-Arbeitsmarktdaten über die Ticker. Am Mittwoch überraschte die Umfrage unter Privatfirmen bereits positiv, der ADP-Report lag über den Erwartungen. Für den heutigen offiziellen Arbeitsmarktbericht rechnen Analysten mit einem Zuwachs von 190.000. Enttäuschungen sind zu erwarten, zuletzt wurde die Beschäftigungsentwicklung mit den starken Februar-Zahlen witterungsbedingt nach oben verzerrt. Im März ist daher mit einer Normalisierung zu rechnen. Die Arbeitslosenquote soll auf vier Prozent und damit das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2000 fallen. Wichtig wird auch die Lohndynamik, hier dürfte die Vorjahresrate auf 2,8 Prozent anziehen.

DAX bleibt auf Achterbahnfahrt

Angesichts der Ausgangslage werden sich DAX-Investoren zunächst zurückhalten. Vorbörslich wird der Markt rund 50 Punkte tiefer bei 12.250 Punkten erwartet, nachdem der Index gestern den kräftigsten Anstieg seit rund einem Jahr zeigte. Daimler-Aktien werden nach der Hauptversammlung am Donnerstag mit Dividendenabschlag gehandelt, der Autobauer schüttet 3,65 Euro je Papier aus.

An den Devisenmärkten reagiert der Dollar kaum auf die neuen Trump-Äußerungen. Der Euro steht bei 1,22 Dollar und damit im unteren Bereich der seit Wochen anhaltenden Range. Rote Vorzeichen dominieren hingegen bei den Ölpreisen: Der Handelsstreit könnte die Weltwirtschaft belasten und so die Ölnachfrage drücken.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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