MÄRKTE AM MORGEN | Crashmonat Oktober als Hoffnungsschimmer
Der September macht seinem Ruf als schwächster Börsenmonat alle Ehre und lässt die Aktienmärkte rund um den Globus in den ersten Tagen des Monats sinken. Die Unsicherheit aufgrund des Handelsstreits, vor allem zwischen den USA und China, sind groß, zumal heute die von US-Präsident Trump gesetzte Frist für eine Einigung ausläuft und keine Lösung in Sicht ist. Während die aktuelle Marktphase turbulent bleiben dürfte, macht der Crashmonat Oktober dagegen Hoffnung, insbesondere weil die Zwischenwahlen Anfang November anstehen und Anleger schon vorher optimistischer werden. Dabei wird das Repräsentantenhaus neu gewählt und ein Drittel des Senats. Werden die Zwischenwahljahre mit anderen Jahren verglichen, dann fällt auf, dass der September in beiden Fällen schwächelt und im Schnitt leichte Verluste produziert. Anfang Oktober jedoch präsentieren sich die Zwischenwahljahre in einer besseren Verfassung und eine Jahresendrally beginnt dann bereits.
Drei interessante Monate
Außerhalb der Zwischenwahljahre startet eine Jahresendrally im Schnitt später und in der Zeit nach dem Wahltag sind die Anstiege in den Zwischenwahljahren stärker. Besonders stark war der Dreimonatszeitraum um die Zwischenwahlen: einen Monat vor und zwei Monate danach. Die Analysten der Deutschen Bank haben festgestellt, dass in dieser Zeit in den vergangenen 21 Zwischenwahljahren nur ein einziges Mal ein Verlust entstanden ist und ein durchschnittlicher Gewinn (Median) von 8 Prozent zustande gekommen ist. In der Analyse wurde auch festgestellt, dass es zusammen mit dieser Kursentwicklung ebenfalls eine starke wirtschaftliche Phase gegeben hat. Der Treiber für die Märkte sind also nicht die Zwischenwahljahre, sondern die positive Unternehmens- und Konjunkturentwicklung in dieser Zeit.
Rekorddefizite könnten Handelsstreit verschärfen
Aktuell belastet jedoch der Handelsstreit wie die gestrigen Daten für die US-Handelsbilanz gezeigt haben. Das Defizit machte einen Riesensatz auf 50,1 Milliarden US-Dollar und im Außenhandel mit China und der EU erreichte das Defizit neue Rekordwerte. Doch auch andere Bereiche machen den Anlegern derzeit Sorgen. So gab es gestern im US-Technologiesektor Gewinnmitnahmen, weil Facebook und Twitter eine stärkere Regulierung nach den Datenskandalen der Vergangenheit droht. Heute früh in Asien zeigen sich die Märkte ebenfalls von ihrer schwächeren Seite und geben leicht nach. Am stärksten verliert der Hang Seng-Index mit mehr als einem Prozent. Auch der DAX liegt vorbörslich etwas im Minus.
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