MÄRKTE AM MORGEN | Deeskalation im Handelskrieg beflügelt Aktienmärkte

Einige wenige Worte von US-Finanzminister Steven Mnuchin haben genügt, um den S&P500 am Montag um 0,7 Prozent nach oben zu treiben. Demnach legen die USA und China den Handelskrieg auf Eis. Das gelte für die Strafzölle auf chinesische Stahl- und Aluminiumprodukte ebenso, wie für mögliche Strafzölle auf weitere 150 Mrd. Dollar an Importen aus China. Zuvor hatte sich das Land bereit erklärt, die Einfuhren aus den USA kräftig zu erhöhen, allerdings keine Zahlen genannt. Hingegen räumte Mnuchin ein, dass die USA, Kanada und Mexiko bei den Verhandlungen um ein neues nordamerikanisches Freihandelsabkommen NAFTA noch weit auseinanderliegen. Der Anleihenmarkt zeigte sich von den Meldungen allerdings unbeeindruckt, so tendierten die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen bei 3,06 Prozent seitwärts. Hingegen beunruhigte die Regierungsbildung in Italien Investoren weiterhin, woraufhin die Zinsen für zehnjährige Anleihen auf 2,39 Prozent nach oben geschossen sind, während der Aktienmarkt gemessen am FTSE Mib um 1,5 Prozent gesunken ist.
Tesla-Aktie steigt trotz schlechter Nachrichten
Ein paar neue Tweets von Elon Musk haben für eine Erholung der Tesla-Aktie gesorgt. So soll ab Juli das Model 3 auch mit Allradantrieb gebaut werden. Bei der Variante werden vorne und hinten jeweils zwei Motoren verbaut. Das neue Model mit Allradantrieb werde inklusive aller Wahloptionen allerdings 78.000 Dollar kosten. Damit entfernt sich Tesla weiter von dem Grundpreis von 35.000 Dollar je Model 3. Hingegen äußerten sich die Verbraucherschützer von „Consumer Reports“ kritisch zu dem Fahrzeug. So sei der Bremsweg sehr lang, während das Bedienen vieler Funktionen über den Touchscreen laufe und daher aufwändig sei. Zudem gebe es bei hohen Geschwindigkeiten erhebliche Windgeräusche.
Ölpreis steigt auf Mehr-Jahres-Hochs
Wegen der Deeskalation im Handelskrieg steigt der DAX vorbörslich auf 13.120 Punkte. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie der deutliche Anstieg des S&P500 haben den Ölpreis beflügelt. WTI steigt mit 72,60 Dollar je Barrel auf das höchste Niveau seit November 2014, Brent liegt mit 79,50 Dollar ebenfalls in der Nähe der Mehr-Jahres-Hochs. Hingegen notiert der Goldpreis mit 1.290,50 Dollar je Unze weiterhin in der Nähe der Mehr-Monats-Tiefs. Da es heute keine wichtigen Konjunkturdaten gibt, könnten Investoren bereits über die Mitschrift der Sitzung der US-Notenbank nachdenken, die morgen Abend veröffentlicht wird.
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