MÄRKTE AM MORGEN | Deutsche Bank und Amazon im Visier
Seit dem Jahreswechsel legte der S&P 500 um gut sieben Prozent zu und schaffte den stärksten Auftakt seit mehreren Jahrzehnten. Zur Einordnung: Im langjährigen Durchschnitt liegt das Plus im Januar nur bei 0,9 Prozent. Und auch der DAX ist in der Gunst der Investoren wieder deutlich gestiegen, im Januar kletterte der Index um knapp sechs Prozent. In den vergangenen 30 Jahren lief es nur 2012 und 2015 noch besser. Anschlusskäufe wird es jetzt aber nur geben, wenn die Konjunkturdaten und Unternehmensberichte überzeugen und die laufenden Konflikte (Handelsstreit, Brexit) gelöst werden.
Rekord bei Amazon reicht nicht
Während es zum Handelsstreit und Brexit derzeit kaum Neuigkeiten gibt, sorgt die Berichtssaison für Bewegung. Deutlich zeigte sich dies am Donnerstag an der Wall Street – mit unterschiedlicher Tendenz. Angetrieben von knapp elf-prozentigen Kursgewinnen bei Facebook war die Stimmung im Tech-Sektor bestens, der Nasdaq 100-Index legte um 1,5 Prozent zu. DowDuPont warnte hingegen vor einem schwachen Jahresauftakt. Die Aktie sackte um gut neun Prozent ab und belastete auch den Dow Jones, der leicht im Minus den Tag beendete.
Aktien von Amazon verloren hingegen im nachbörslichen Handel rund fünf Prozent. Zwar schaffte der Handelsgigant im wichtigen Weihnachtsgeschäft erneut ein Rekordquartal. Die Prognose für das erste Quartal lag aber unter den Erwartungen des Marktes.
Unter den DAX-Werten zieht am Morgen die Deutsche Bank alle Blicke auf sich. Nach drei Verlustjahren in Folge meldeten die Frankfurter für 2018 wieder einen Gewinn. Wie im Vorjahr sollen Aktionäre eine Dividende von elf Cent je Papier erhalten. Zudem wird der Kurs weiter von der Idee eines Zusammenschlusses mit der Commerzbank bewegt.
Am Gesamtmarkt zeichnet sich hingegen ein ruhiger Auftakt ab, der DAX wird unverändert bei 11.180 Punkten gesehen. Ähnlich ist die Lage am Devisenmarkt, wo der Euro bei 1,144 Dollar notiert. Gold verteidigt mit 1320 Dollar die jüngsten Gewinne, Brent steht bei 61 Dollar.
US-Arbeitsmarkt im Blick
Enttäuschende Signale kommen erneut aus China, der Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor fiel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Damit steigt aber auch der Druck auf Peking, in den laufenden Handelsgesprächen mit den USA eine Einigung zu erzielen. Aus Europa werden um 11 Uhr die Verbraucherpreise erwartet, um 14.30 Uhr folgen die US-Arbeitsmarktdaten. Beobachter rechnen mit einem Stellenplus von 170.000 und einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Wegen dem Regierungsstillstand sind die Zahlen aber mit großer Unsicherheit behaftet.
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